Aus der Gnade gefallen. Teil 12

Glaubensimpuls 424

Zur Begründung und Entfaltung seines Evangeliums, reisst Paulus willkürlich Aussagen aus dem Kontext des biblisch-prophetischen Wortes, des TaNaCH, heraus. Das muss jedem aufrichtigen Bibelleser früher oder später auffallen. Damit lässt er seine Irrtümer ganz geschickt als biblisch-prophetische Lehre erscheinen. Auf diese Weise vermittelt er seinen Anhängern den Eindruck auf dem Fundament der Bibel, des TaNaCH, zu stehen. Das macht bei Unwissenden, Neubekehrten und Mitläufern Eindruck, das überzeugt sie von der angeblichen Wahrheit und Echtheit seines Evangeliums. Vergessen wir nicht: Die Anhänger seines Evangeliums rekrutierten sich vorwiegend aus Menschen, die aus einem tiefsitzenden heidnischen Hintergrund kamen, aus einem heidnischen Kulturkreis. Es waren Menschen, denen ihre Götter und die mit ihnen verbundnenen Liturgien (Kulten) verstandesmässig keinen Sinn mehr gaben. Darum hielten sie sich zu den Juden. Das waren vor allem intellektuelle Leute. In der Tiefe ihrer Seele aber blieben sie dem heidnischen Wesen verhaftet.

Es waren Menschen, die am Shabbat in die Beth HaKnesset (Synagoge) gingen, denn es gab in allen grösseren Städten der damals bekannten Welt Beth HaKnesset (Synagogen). Schon lange vor der römischen Zeit gab es Menschen aus den heidnischen Kulturkreisen, die sich den Juden anschlossen, aber sich dennoch nicht verbindlich JaHuWaH anvertrauten. Aus was für Gründen auch immer. Sie nahmen an den Versammlungen der Juden teil. Sie wurden JaHuWaH-fürchtige (Gottesfürchte) genannt, auch JaHuWaH-anbetende. Von den örtlichen Juden waren sie akzeptiert. Von ihnen waren aber einige Gebote gefordert, wie das seit je her schon der Fall war. Jakov hielt sich daran und sagte: “Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen (Heiden) zu JaHuWaH bekehren (in diesem bestehenden Kontext), nicht beunruhigen, sondern ihnen schreiben, dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut. Denn Moshe hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn predigen, da er an jedem Shabbat in den Beth HaKnesset (Synagogen)gelesen wird” (Apg 15,19-21).

Das waren seit je her die Grundforderungen der örtlichen Juden. Das will besagen, dass es immer schon solche Heiden gab, die sich zu JaHuWaH “bekehrten”, ohne alle Weisungen des TaNaCH verbindlich einzuhalten. Diese “Heiden” sind allerdings von jenen Heiden zu unterscheiden, die Proselyten wurden. Heiden, die Proselyten genannt wurden, waren solche, die bereit waren die Weisungen JaHuWaHs vollumfänglich und verbindlich in ihr Leben aufzunehmen. Sie taten das mit grosser Dankbarkeit und Freude. Die Männer liessen sich zum Zeichen ihrer vollkommenen Lossage von den Göttern, als Zeichen und Bekenntnis der totalen Gnade, der Sündenvergebung und Erlösung in JaHuWaH, als Zeichen der Bundeszugehörigkeit mit JaHuWaH und als Zeichen der Zugehörigkeit zur biblischen Gemeinde, als Zeichen ihrer Freude und Dankbarkeit über die Teilhabe am verheissenen Segen Abrahams, beschneiden.

Alle Götter, die es jemals gab, und alle ihre Eigenschaften und “Fähigkeiten”, samt ihren Kulten, ihren Priestern, Philosophen und Anhängern, auch alle Juden und alle Offenbarungen JaHuWaHs, unterwirft Paulus nun seiner Mischgottheit Jesus Christus. Alles andere verwirft er radikal und belegt es mit einem Fluch. Ist die Annahme vieler falsch, dass Paulus geistig krank, geistesgestört, war? Viele, die seine Briefe eingehender studieren, kommen zu diesem Schluss. Vielleicht war sein Verhalten mit seinen epileptischen Anfällen verbunden, die ihn heftig plagten. Er zog sich dabei schwere Verletzungen zu, wie etwa vor Damaskus, als er vom Pferde stürzte. Er musste von den Begleitern in die Stadt gebracht werden, konnte drei Tage und Nächte weder essen noch trinken (Apg 9). Der Bericht in Apostelgeschichte 9 ist uns perfekt frisiert überliefert. Eine perfekte Irreführung von Tatsachen.

Hören wir uns aber seinen Bericht aus dem 2. Korintherbrief an. Einmal mehr stellen wir fest, wie er es versteht sich mit seinen Irrtümern bei Unwissenden Geltung zu verschaffen. Knüppelhart, aber fromm und raffiniert verpackt macht er das: “Gerühmt muss werden; zwar nützt es nichts, aber ich will auf Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn kommen. Ich weiss von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren - ob im Leib, weiss ich nicht, oder ausser dem Leib, weiss ich nicht; Gott weiss es -, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiss von dem betreffenden Menschen - ob im Leib oder ausser dem Leib, weiss ich nicht; Gott weiss es -, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht. Über diesen will ich mich rühmen; über mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, nur der Schwachheiten. Denn wenn ich mich rühmen will, werde ich doch nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand höher von mir denke, als was er an mir sieht oder was er von mir hört, auch wegen der Überschwenglichkeit der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans (Epilepsi), dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe” (2Kor 12,1-7).

Darauf fallen naive und unwissende Menschen, die keine Kenntnis des biblisch-prophetischen Wortes haben, gerne drauf ein. Das war bei mir früher auch so. Voller Überzeugung und Hingabe lebte ich Jahre in diesem Widerspruch! Vor allem Menschen, deren Leben keine Perspektiven mehr kennt, fallen gerne auf so ein frommes Verwirrspiel ein. Sie fallen auf den Jesus Christus des Paulus ein, den allverdammenden Menschen-Gott. Sie erhoffen sich etwas Neues. Mögen sie die Schätze der biblischen Heimat, und damit die biblische Bodenhaftung, kennenlern.

Herzlich grüsse ich alle mit dem Zeugnis aus Psalm 119,105: “Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad”. Shalom – und einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 15. Dezember, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.