„..das ist der Ausspruch des JaHuWaH: Ich werde meine Thora (Lehre, Unterweisung) in ihr Inneres legen und werde sie auf ihr Herz schreiben“ (Jirmejahu / Jeremia 31,33b).

Glaubensimpuls 31

(Aktualisiert am 26.01.2015) Das hebräische Wort Thora heisst Lehre, Unterweisung. Fälschlicherweise steht in unseren Übersetzungen statt Thora = Lehre, Unterweisung, das missverständliche Wort Gesetz geschrieben. Das Wort Gesetz hat unterschiedliche Bedeutungen, die erst aus dem biblischen Zusammenhang heraus ersichtlich werden. Die frühen Kirchenväter haben die Lehren und Weisungen JaHuWaHs (Thora) weitgehend abgetan, indem sie diese als der Lehre Jahushuas entgegengestellt vermittelten. Sie vermittelten uns also damit die irrige Überzeugung, dass die Lehre des himmlischen Vaters JaHuWaH in der Thora (Lehre und Unterweisung), der Lehre Jahshuas und der Apostel entgegengesetzt sei. Sie schufen den Überbegriff Gesetz (griechisch nomos) für alles, was JaHuWaH in der Thora als Lehre und Unterweisung offenbarte, ohne z.B. zwischen diesen Unterweisungen und etwa dem zeitbedingten Zeremonialgesetz zu unterscheiden.

Die verwerfliche, abscheuliche und sich völlig widersprechende Ersatztheologie der Kirchenväter und Päpste, die nach dem katholischen Kirchenrecht und nach der traditionsgebundenen Dogmatik ein für allemal festgelegt und darum nie aufhebbar ist, bleibt darum für alle nach der biblischen Wahrheit suchenden Menschen ein bleibendes, erschreckendes und abstossendes Mahnmal. Die Kirchen, allen voran der Vatikan, versuchen mit allerlei Tricks, durch perfide ideologische Einflussnahme auf die Kinder im Religionsunterricht, durch diplomatische ökumenische Manipulationen, Geschichtsverklitterung, Erpressung und Mobbing, davon abzulenken.

Ersatztheologie heisst, die Kirche sieht und versteht sich als Ersatz (an Stelle) der Juden vor JaHuWaH. Die Kirche ist also nach ihrer unantastbaren und unveränderbaren dogmatischen Festlegung und Selbstdarstellung an die Stelle der Juden getreten. Der Kirche gehören damit alle Verheissungen, Bundesschlüsse und die positiven Aussprüche in den Bundesschriften (AT), während den Juden nur Flüche und Verdammnis folgen. Es sei denn, sie bekehren sich zum Götzendienst der christlichen Kirchen – vor allem aber in die katholische Kirche hinein (Ökumene). Diese äusserst verwerfliche dogmatisch verankerte Irrlehre widerspricht dem gesamten prophetischen Wort und hat unsägliches Leid über die Juden und die Menschheit gebracht (z.B. 2. Weltkrieg, Holocaust).

Die Spitze des ersatztheologischen Götzendienstes ist die philosophische Lehre von einem dreieinigen Erlöser-Gott, ein Erlöser der aus drei Personen besteht, d.h. schlichtweg: aus drei Gottheiten! Ein Jesus, der dem hellenistisch-philosophischen Logos und Werkmeister (nous) angepasst worden ist, d.h. der die Welt geschaffen hat und fälschlicherweise als der in der Bibel verheissene und geborene Jahushua vermittelt wird. Der griechische Jesus, der unter dem Deckmantel des himmlischen Vaters als wahrer Erlöser-Gott und wahrer Mensch gelehrt wird. Dazu gehören Zölibat, Jungfrauengeburt und Gottesmutterschaft Mariens, als Folge der philosophischen Logoslehre; Säuglingstaufe, Sonntag, Weihnachten, Ostern, Reliquien- und Totenkult, Heiligenanbetung u.a.m.. Denn alle diese Lehren finden wir im prophetischen Wort der Bundesschriften, des Tanach (AT) nicht angekündigt und verheissen.

Von Kindesbeinen an sind wir mit einem kaum zu überbrückenden Vorurteil gegenüber der Lehre und den Unterweisungen (Thora) des Abba Vaters behaftet. Vor allem in freikirchlichen und kirchlich unabhängigen Gemeinschaften hören wir regelmässig, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, wie auf den Knopf gedrückt, die abscheuliche Aussage der Kirchenväter: Wir sind frei vom Gesetz (d.h. frei von der Thora). Das Gesetz (die Thora) hat für uns keine Bedeutung mehr. Wir sind keine Juden mehr. Wir leben im Neuen Bund. Wir leben unter der Herrschaft Jesu (des Kirchenjesus) u.a.m. Sie nehmen aus der Thora (Lehre und Unterweisung), den Propheten und Schriften (Tanach) nur heraus, was zu ihrer kirchlichen Ideologie passt, ohne nach dem Willen des himmlischen Vaters zu fragen.

Damit stehen sowohl Kirchentum als auch Freikirchentum und unabhängige Gemeinschaften weitgehend als Eiferer für ihr Gesetz da, Eiferer für hole und todbringende Traditionen von Menschen, die JaHuWaH und sein Wort schänden und dem Leben nicht dienen. Wie wir aus dem letzten Glaubensimpuls ersehen konnten, sprach der himmlische Vater durch alle Propheten. Durch Jahushua bestätigte er Thora, Propheten und Schriften, den Tanach. Er kam um die Thora, die Lehre und Weisungen JaHuWaHs zu bestätigen und in vollkommener Treue, Gehorsam und Hingabe zu seinem und unserem Vater – bis zu seinem grausamen Tod am Marterpfahl der Römer – zu erfüllen.

Jedes Credo, jedes Glaubensbekenntnis, jede Lehrdefinition, jede andersartige Lehre, die nicht im prophetischen Wort gegründet und aus der Gesamtheit des prophetischen Wortes begründet ist, hat Jahushua aufs Allerschärfste verworfen und Konsequenzen für die betreffenden Lehrer angekündigt.

Er weist uns damit auf die Heiligkeit (Ausgesondertheit) und Unantastbarkeit der Thora (Lehren und Weisungen) JaHuWaHs hin. Die Thora, d.h. die Lehre und Unterweisung JaHuWaHs, unseres Schöpfers, ist für das gläubige Geschöpf von einem solchen Wert, der seinesgleichen sucht. Die Thora regelt unsere Beziehungen und unseren Umgang mit unserem Schöpfer und Geber aller Gaben. Sie regelt unser Verhältnis zur unverdienten Gnade, Erwählung und Berufung, zu den Mitmenschen und Feinden, zu der Schöpfung, zu unserer Ess- und Lebenskultur u.a.m. Einfach herausfordernd und spannend!

Die Thora, die Lehre und Unterweisung JaHuWaHs bestimmt und erfüllt das Leben sowohl berühmter als auch einfacher Menschen und zwar durch die ganze Heilsgeschichte hindurch. Ein Überrest an Juden blieb von Generation zu Generation der Lehre und Unterweisung (Thora) JaHuWaHs immer treu. Durch alle Generationen hindurch wurden Heiden (auch Christen) vom Lebensreichtum und der Aussergewöhnlichkeit der Thora angezogen und wandten ihr Leben JaHuWaH zu.

Zur Zeit Jahushuas beeinflusste eine radikal ultra-orthodoxe Gruppe manche Juden in ihrem Elend unter der grausamen römischen Herrschaft. Diese „Sekte&#8220 legte Lehren zu der Thora hinzu. sie sind aus den gut gemeinten Grundsätzen in der babylonischen Gefangenschaft zur Thora hinzugekommen. Ich meine jetzt nichtden Babylonischen Talmud als solchen, sondern Lehren daraus,die immer mehr überbewertet wurden, bis sie den eigentlichenSinn, die Beziehung zu den Aussagen der Thora verwischten und verloren. Diese Gruppe orientierte sich nicht mehr ausschliesslich an der Lehre und Unterweisung (Thora) JaHuWaHs, sondern nur noch an irgendwelchen Auslegungen über die Auslegungen der Auslegungen (Überlieferungen).

Aus dieser Vermischung können religiöse Traditionen (Gesetze) entstehen die sich nicht mehr von der Thora ableiten lassen. Sie verstopfen die Tiefe der Thora und das Unausschöpfliche aus dieser Quelle. Es sind Lehren die sich Menschen aus dem Eigenen schaffen (vgl. Mt15,3ff; 23,13; Joh 8,44). Solche Lehren schneiden Menschen vom Wesen der Beziehung zu JaHuWaH und seiner Liebe ab. Solche Lehren schneiden Menschen vom Leben ab. Damit ist meistens die Gefahr des religiösen Fanatismus, des Rassismus und der religiösen Gewaltanwendung vorprogrammiert (vgl.Kirchengeschichte, Islam u.a.m.).

Jahushua trat als Rabbi, wie alle treuen Rabbiner und alle Propheten, in aller Deutlichkeit für die Thora (Lehre und Unterweisung) des himmlischen Vaters ein und deutete sie aus den gegebenen Umständen heraus entsprechend neu, aber so, dass sie nicht um ihren Inhalt, um die Grundgedanken des Abba JaHuWaH gebracht wurde. Sie blieb in allen Dingen seines Lebens Orientierungspunkt und Ausgangspunkt in all seiner Lehre und bei allen seinen Handlungen. Sie war für ihn immer Zentrum der Besinnung bei allen Entscheidungen und über alle Dinge des Lebens. Sie blieb die Richtschnur. Sie wurde bei allen Fragen des Lebens immer als Lebenshilfe verstanden.

Alles Neue musste von der Thora aus beurteilt, bewertet und gelebt werden können, damit der einzelne Mensch und die menschliche Gesellschaft ihren Frieden finden konnte. JaHuWaH ist Leben, er ist das Leben. Ebenso muss seine Thora immer die Hilfe zum Leben im Auge behalten, sonst wird sie zum toten Buchstaben und tötet, macht das Leben zunichte. Das müssen wir verstehen lernen, sonst werden wir nie in den reichen und alles umfassenden Lebensschatz der Thora eingehen können. Wir werden sonst nie in die Ruhe JaHuWaHs eingehen. Wir werden die Thora nie verstehen und sie als veraltetes, schrecklich brutales Buch, verwerfen.

In aller Schärfe begegnet Jahushua der ultra-orthodoxen „Spitze“ seiner Zeit: „Warum übertretet auch ihr die Thora JaHuWaHs (Lehre und Unterweisung) um eurer Überlieferung willen? ..und ihr habt so die Thora des JaHuWaH (Lehre und Unterweisung) ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen. Heuchler! Trefflich hat Jeshajahu über euch geweissagt indem er spricht: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen (Überlieferung der Menschen), aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren’… Lasst sie! Sie sind blinde Leiter der Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen…“ (Mt 15,3.6-9.14).

Darum betont Jahushua: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus JaHuWaH (Thora und Propheten) ist oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm“ (Joh 7,16b-18). Ein solcher wird alles anhand des Lebensreichtums der Thora prüfen und beurteilen. Darum lesen wir: „Wie liebe ich deine Thora! Sie ist mein Nachdenken den ganzen Tag“ (Ps 119,97). Der Schreiber, vermutlich ein Rabbi, ein Lehrer, will damit aussagen, dass er vor allen (neuen) Entscheidungen die Thora zu Rate zieht.

Nun leben wir in der Zeit der Erfüllung wichtiger Prophetien, die JaHuWaH in den Bundesschriften (AT), vorangekündigt hat, wie z.b. die Rückkehr einer grösseren Zahl von Juden in ihre Heimat. Das ist kein Neuer Bund (NT), sondern die Frucht der Bundesverheissungen im Tanach (AT). Sie sind den Vätern des Glaubens geoffenbart worden und gehen jetzt in Erfüllung. Überall leben heute Menschen, geformt und gestärkt durch die Prophetien in den Schriften der Bundesverheissungen (AT).

Die Worte JaHuWaHs an Jirmejahu (Jeremia) dürfen wir heute in ihren „Anfängen“ erleben: „Siehe, Tage kommen, spricht der JaHuWaH, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund (erneuere ich den Bund mit Abraham): nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, – diesen meinen Bund (die Weisungen vom Sinai) haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Erlöser war, spricht JaHuWaH. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht der JaHuWaH: Ich werde meine Thora (mein Leben) in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken.“ (Jer 31,31-34; 33,8-9).

Inmitten dieser unsicheren, chaotischen und spannungsgeladenen Zeit ist uns das prophetisch-heilsgeschichtliche Wort ein nicht mehr wegzudenkender Trost, eine frohmachende Ermutigung und ein sicherer Wegweiser hinein in die Ruhe JaHuWaHs.

Allen ein herzliches Shalom in dem von JaHuWaH geoffenbarten Shabbat

Gregor Dalliard