„Und seine Füsse (die Füsse des Abba Jahweh) werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen“ (Sach 14,4).

Glaubensimpuls 136

Pessach und Ostern sind vorbei. Sie sind in diesem Jahr zusammengefallen. Für suchende Menschen gab es viel Diskussionsstoff. Es ging um die Frage des Messias der Endzeit. War nun der Jesus-Gott der Christenheit der verheissene Messias der Endzeit. Trifft die Botschaft Jahwehs über den kommenden Messias, die er den Menschen durch seine Propheten übermittelt hat auf Jahshua zu oder auf einen andern? Die Reaktionen auf den letzten Gim waren sehr unterschiedlich. Ich versuche auf die zentralsten Aussagen, bzw. Fragen ganz kurz einzugehen.

Die Juden erwarten gemäss der Offenbarung Jahwehs durch seine Propheten den Messias bzw. das messianische Reich erst noch. Dagegen glauben und lehren die Kirchen, entsprechend der Lehre der Kirchenväter und ihrer überarbeiteten neutestamentlichen Texte, die sie im 4. Jahrhundert der Bibel gleichsetzten und überordneten, dass der Messias schon gekommen sei. Die Juden hätten ihn offenbar abgelehnt und gekreuzigt. So starb er durch die Hand der Juden. So konnte das biblisch verheissene Reich des Messias hier auf Erden offenbar nicht anbrechen.

Doch Jahweh wischte den Juden eins aus, indem er ihn am dritten Tag von den Toten auferweckte. Jetzt beherrscht der Jesus-Gott das Reich der Himmel und zwar als vollkommener Gott zur Rechten des Vaters, weil ihm sein Reich und seine Herrschaft hier auf Erden versagt blieben. Darum sieht es in dieser Welt so schlecht aus. Aber er wird wiederkommen und seine Füsse auf den Ölberg setzen sich an den Juden rächen und mit den Kirchenmenschen sein messianisches Reich aufbauen. Soweit die Lehre der Gründer des Kirchentums.

Zuerst zur Frage, wer als König der Könige in der Bibel gemeint ist! Die Schrift, die Bibel, d.h. die Thora , Propheten und Schriften, also alle Bundesschriften (AT) bezeugen eindeutig, dass Jahweh der König der Könige ist. Die Zeugnisse der Propheten sind diesbezüglich randvoll. Das Königtum Jahwehs wird uns gerade im dramatischen Übergang von der Richterzeit zur Zeit der Könige in aller Deutlichkeit bezeugt (vgl. 1Sam Kap. 8ff). Dieses Ereignis gipfelt in der Aussage Jahwehs selbst, das uns der Prophet Shmuel (Samuel) treu vermittelt. Er wehrte sich mit aller Überzeugungskraft gegen die Einsetzung eines irdischen Königs, weil Jahweh der König der Könige ist und sein Volk als solcher regieren will und kann: „..sagtet ihr zu mir: Nein, sondern ein König soll über uns herrschen – obwohl doch Jahweh, euer Erlöser, euer König ist“ 1Sam 12,12).

Im letzten Gim 135 habe ich Sach 14,4 zitiert. Die Füsse Jahwehs, des Abba Vater selbst, werden laut Sacharjah auf dem Ölberg stehen. Wenn Jahweh seine Füsse auf den Ölberg setzen wird, werden die Heiligen mit ihm kommen, d.h. die Herrschaft des auserwählten Volkes wird beginnen, sowohl in den Himmeln, im Sheol wie auch auf Erden. Es wird keinen Bereich mehr geben, wo die Herrschaft Jahwehs nicht aufgerichtet werden wird.

Die Propheten Jahwehs sagten ganz klar, dass die Erde der Schemel der Füsse Jahwehs ist und der Himmel sein Thron. Diese Ordnung nimmt einzig und allein Jahweh inne. Keinem andern Wesen ist diese Ordnung jemals zugesprochen (vgl. 1Chron 28,2; Jes 66,1; Ps 99,5; 110,1; 132,7; Hes 43,7; Kla 2,1). Dem auserwählten Volk war dieser Begriff geläufig.

Der Schemel seiner Füsse versinnbildlicht die Gegenwart Jahwehs auf Erden, gleichzeitig aber auch seine unantastbare Herrschaft. Lesen wir 1Chron 28,2 und 9 dann wissen wir klar und deutlich, dass Jahweh als derjenige bezeugt ist, der die Füsse auf die Erde setzt und zwar im Zusammenhang seiner anbrechenden Herrschaften. So war sie bei König Shlomo (Salomon) mächtig angebrochen und kam zum Ziele. König Shlomo stellte in der Blütezeit „seiner“ Herrschaft die Herrschaft der Heiligen Jahwes, d.h. des auserwählten Volkes, dar.

Wenn Jahweh seine Füsse auf den Ölberg setzen wird werden alle Heiligen (Ausgesonderten) mit ihm kommen. Zu diesen Heiligen gehören auch alle Propheten, auch Jahshua. Den Heiligen wird das Königtum gehören. Im Gim 135 habe ich auf verschiedene Stellen hingewiesen. Die Heiligen stehen dann alle im königlichen Dienst Jahwehs und werden in diesem Dienst selbst als Könige verstanden. In diesem Sinn wird auch Jahshua als König erscheinen wie jeder andere auch.

Manche Bibelleser sind von der Aussage in Dan 7,13-14 irritiert. Dort ist von dem Sohn des Menschen, der auf den Wolken kommen wird, die Rede. Mit Sohn des Menschen ist im biblischen Kontext Gesamtisrael gemeint, das im Auftrag Jahwehs handeln wird. Jahweh bezeichnet Israel (zwölf Stämme) als seinen Sohn, seinen erstgeborenen Sohn (vgl. 2Mo 4,22-23). Aus allen zwölf Stämmen wird eine bestimmte Zahl als Sohn Jahwehs, als Heilige im Auftrag Jahwehs, kommen und wiederherstellen (herrschen).

Achten wir ganz einfach darauf wer mit Jahweh kommen wird und wem das Reich und die Herrschaft (Wiederherstellung) übergeben wird! Zu Dan 7,13-14 müssen wir Dan 7,15-28a lesen, ebenso die Aussagen der andern Propheten.

In Ps 2 ist die Herrschaft Jahwehs durch David dargestellt und zwar gleichsam stellvertretend als die Herrschaft der Heiligen. In Ps 103,19 ist die alleinige, einzigartige und bleibende Herrschaft Jahwehs im Himmel und auf Erden bezeugt, so wie sie in 1Chron 29,10-13 von David bezeugt wird, ebenso in Dan 7,14. Achten wir darauf: Nur die Herrschaft Jahwehs ist bleibend. Nur sie wird nicht enden. Das bezeugt uns Jahweh selbst in Dan 7,13-14. Die Herrschaft der Heiligen wird ein Ende haben, auch die Jahshuas, wie die aller Propheten, wenn alles zu Jahweh zurückgebracht worden ist (vgl. Jes 65,17; 66,22 u.a.m.; Röm 11,33-36; 1Kor 12,28).

Übrigens ist nirgends in der Schrift, in den Bundesschriften (BuS = AT) die Rede davon, dass der Messias sterben und auferstehen und als Messias der Endzeit wiederkommen würde. Eine solche Botschaft hätte Jahweh durch alle seine Propheten unzählige Male vorausgesagt. Es ist unmöglich, dass er uns diese zentrale Botschaft verschwiegen hätte. Kein Prophet aber hat jemals etwas davon geschrieben. Mit dem Messias, der in der Endzeit kommen wird, sind also die Heiligen Jahwehs gemeint, die mit Jahweh kommen, dazu gehört auch Jahshua.

Was ist das Kennzeichen des Messias? Wenn der Messias kommen wird (die Heiligen Jahwehs) wird er erstens nicht sterben und zweitens wird die Herrschaft der Mächte, der Reiche dieser Welt, ein Ende haben. Jahshua aber starb und die Mächtigen dieser Welt herrschten ungestört weiter und ihre Reiche blieben bestehen. Jahshua war also nicht der Messias, wie er uns in den Bekenntnisschriften (BeS = NT) vermittelt wird. Hingegen werden die Heiligen, die mit Jahweh kommen werden (Messias) nicht sterben und ihre Herrschaft wird gemäss Daniel von Zeitalter zu Zeitalter, ja in die Zeitalter der Zeitalter, unangetastet bleiben, bis alles Jahweh verherrlichen wird.

Die Kirchenväter haben die Bekenntnischriften (BeS = NT), das was wir heute als das Neue Testament in der Hand haben, zusammengetragen und überarbeitet. Sie haben aussortiert, gestrichen, weggelassen, hinzugefügt und angepasst. Sie haben die vielen Evangelienberichte, von denen Lukas spricht (vgl. Lk 1,1-4), zum grossen Teil verworfen, vernichtet. Den Rest haben sie in manchen wesentlichen Punkten der damaligen heidnischen Kultur und Vorstellungswelt angepasst. Der Grund: Sie wollten mit den Juden nichts Gemeinsames haben. Darum finden wir so viele Widersprüche und Ungereimtheiten zwischen der Bibel, den BuS = (AT) und den BeS (NT). Sie haben die nach der Wahrheit Suchenden ganz schön betrogen und hinters Licht geführt.

Doch gegen Ende der Tage, wenn das Leben immer unerträglicher wird, wird die Wahrheit von vielen Suchenden neu erkannt werden. Die Gnade wird nie von Israel weichen (vgl. 2Sam 7,13-14)!

Mit einem brüderlichen Shalom

Gregor Dalliard