"Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!" (Ps 105,4), Teil 1

Glaubensimpuls 253

Wir stossen in der Bibel immer wieder auf die Aufforderung, das Angesicht JaHUWaHs zu suchen. “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4). Vorweg möchte ich meine Freude mit dir teilen. Wir dürfen uns in unseren Tagen gemeinsam mit den biblischen Inhalten auseinandersetzen. Keiner verbietet uns das. Es ist einfach wunderbar. Das war nicht immer so. Eine umwerfende Tatsache, von der die Christen über 1500 Jahre keinen Gebrauch machen durften ohne nicht, von Seiten des Vatikans, mit Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben, Folter und Tod zu rechnen. Abermillionen Menschen wurden deswegen vom Vatikan grausam beraubt, entwürdigt, öffentlich blossgestellt und endeten qualvoll im Tod. Ich kann die heutige Tatsache manchmal kaum fassen. Sie “raubt” mir vor Freude und Dankbarkeit immer wieder den Schlaf! Wie bin ich den Juden dankbar, dass es aus ihren Reihen immer wieder Menschen gab, die dem Vatikan widerstanden und uns damit das hohe Glaubens- und Lebensgut weitervermittelt haben.

Fragen, die schon viele Menschen umgeworfen haben sind: Wie kann ich denn das Angesicht JaHuWaHs suchen? Kann ich das Angesicht JaHuWaHs finden? Ist das überhaupt möglich? Ist diese Aufforderung wörtlich zu verstehen oder ist das eine Metapher, ein Bild? Ja, es ist eine Metapher, die uns eine ausserordentliche Notwendigkeit bildlich vermitteln will. JaHuWaH hat Himmel und Erde geschaffen und den Menschen, dich und mich, als sein Ebenbild. Ebenbild und Angesicht gehören untrennbar zusammen. Wie wir bereits wissen ist der Mensch als Mitgestalter der Schöpfung geschaffen, als derjenige der die Schöpfung im Geiste JaHuWaHs entfalten soll. D.h. sein Wille soll so wie er im Himmel geschieht, geordnet vorliegt, auf Erden geschehen. Wie alle Pharisäer, Rabbis, prägte auch Jahushua von Nazareth seinen Bibelschülern ein: “Betet ihr nun so: Unser Vater JaHuWaH, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden” (Mt 6,9-10).

Was ist uns damit gesagt? Jedem von uns ist klar, dass wir damit nicht aufgefordert werden, ein Gesicht zu suchen, wie das eines Menschen. Mit der Aufforderung “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4), ist erstens sein Wille gemeint, seine Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Weisungen und seine Shabbate. Sie sollen wir kennen und verstehen lernen. Davon sind viele Dinge feste, nicht veränderbare Richtlinien des Lebens, wie etwa die zehn Gebote, der Shabbat, dass JaHuWaH der einzig EINE ist und es keine zweite Gott-Person neben ihm gibt, wie das fälschlicherweise im Christentum gelehrt wird, und anderes mehr. Wir sind aufgefordert uns immer und immer wieder zu fragen ob wir denn bereit sind die Ordnungen JaHuWaHs, die uns als die bewährten Ordnungen des Lebens anvertraut sind, die dem menschlichen Leben Sinn, Fundament und Tragfähigkeit geben, kennenzulernen und im Leben umzusetzen. Sie hat JaHuWaH bei unserer Erschaffung uns zugedacht. Sie gehören zu unserem Leben genau so wie Augen, Ohren, Nase und Mund zu uns gehören. Sollten wir versagen und uns etwas zu Schulden kommen lassen, ob wir denn auch bereit sind uns nach dem Lichte der wunderbaren biblischen Ordnungen, die das menschliche Zusammenleben erst ermöglichen, neu auszustrecken. Darum diese kontinuierliche Aufforderung das Angesicht JaHuWaHs immer wieder neu zu suchen. Konkret, leibhaftig, kann das Angesicht JaHuWaHs nicht gesehen werden. “Dann sprach er (JaHuWaH): Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.. aber mein Angesicht darf nicht gesehen werden” (2Mo33,20.23a).

Was ist damit zweitens gesagt? JaHuWaH ist zwar immer derselbe. Seine Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Weisungen und seine Shabbate sind immer dieselben. Aber, und das zu wissen ist grundlegend wichtig, die Herausforderungen des Lebens können sich von Generation zu Genration verändern! Wir werden von Generation zu Generation mit neuen Entwicklungen konfrontiert von denen die Bibel nicht direkt spricht. Sie fordern uns heraus und verlangen Entscheidungen von uns ab, von jedem ganz persönlich. Was für den einen gilt, gilt für den andern nicht unbedingt. Darum kommen JaHuWaH-Gläubige immer wieder zusammen und diskutieren immer und immer wieder über dies und das was das konkrete Leben betrifft, wie dies und das im praktischen Alltag auszuleben ist. Das auserwählte Volk kennt diesbezüglich eine aussergewöhnlich lange Vergangenheit. In den Religionen der Welt entscheidet die Führungsspitze für alle und zwar ein für allemal. So entschieden in der Geschichte des Christentums die Päpste ein für allemal. Was ein Kirchenvater oder ein Papst irgendwann in der Geschichte entschied darf kein nachfolgender Papst jemals ausser Acht lassen, verändern oder auflösen. Irgend ein Kirchenvater oder Papst mag vor 1700 Jahren den grössten Unsinn als von Gott geoffenbart gelehrt und dogmatisiert haben. Er entschied damit auch für die Christen von heute. Er entschied als Papst für alle seine Anhänger zu allen Zeiten. Das ist bei allen Sekten so und ihre Zahl ist gross. Alle Anhänger haben sich danach zu richten, wenn nicht, enden sie in der immerwährenden Hölle, die sie sich ausgedacht haben, denn die Bibel kennt keine Hölle im christlichen Sinn. Diesen Umgang mit dem Leben kennt das auserwählte Volk nicht. Das lässt JaHuWaH nicht gelten. Es mag sogar gewisse jüdische Kreise geben, diese Methode vom Christentum übernommen haben, aber dann sind sie vom gesamtprophetischen Wort abgekommen und versündigen sich gegen die Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Weisungen und Shabbate JaHuWaHs.

Die meisten Menschen sind so getrimmt, dass sie froh sind wenn andere für sie in wichtigen Fragen des Lebens entscheiden. Es mag viele Gründe zu einem solchen Lebensstil geben. Viele halten sich nicht für fähig Entscheidungen zu treffen, vor lauter Angst das Falsche zu tun. Aber das entspricht nicht dem Willen JaHuWaHs, der uns zur Mitgestaltung der Schöpfung und zur Mitteilhabe und zu der persönlichen Mitverantwortung des Lebens geschaffen hat. Wir sind seine Partner, darum ist eine enge Zusammenarbeit mit IHM das Beste für jeden von uns, für jeden Menschen und für die ganze Schöpfung. Abraham und alle jene, die in ihm wiedergeboren und erlöst wurden sind uns ein lebendiges Beispiel dafür. Jahushua weist in Matthäus 25, 14-30 auf diese Tatsache hin. Er spricht von den anvertrauten Talenten. Was machen wir damit? Es geht um die Zusammenarbeit mit JaHuWaH. Wenn in Markus 12,13ff über die Frage der Steuer oder in 12,18ff über die Auferweckung diskutiert wird, so ist das typisch für jene die zum auserwählten Volk gehören, für die Juden. In unzähligen Diskussionen zeigten und zeigen diese Menschen ihr lebhaftes Interesse über das was ihr Leben betraf oder betrifft. Viele Rabbis hatten 12 Schüler (Apostel), entsprechend den 12 Stämmen. In den täglichen, und manchmal auch nächtlichen, Diskussionen suchten sie die neuen Herausforderungen des Lebens im Lichte der Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Weisungen und Shabbate JaHuWaHs einzuordnen und zu deuten, damit sie das Leben haben und bewahren konnten und können. Einfach wunderbar! Das ist innerhalb der Religionen nicht möglich. Das Papsttum und der Islam haben dieses lebensreiche Geschenk grausam abgewürgt. Nun ist es nicht mehr da. Es gleicht einer Wüste. Aber überall in der Welt, in der geistigen Wüste, wächst es unter dem Einfluss des auserwählten Volkes, der Bibel. Es spriesst wieder auf und bringt neues Leben hervor.

Wie trostreich sind auch für uns die Worte des Propheten Jeshajahu (Jesaja): “Denkt nicht an das Frühere, und auf das Vergangene achtet nicht! Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde. Die Tiere des Feldes werden mich ehren, Schakale und Strausse, weil ich in der Wüste Wasser gegeben habe, Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken, mein auserwähltes. Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen” (Jes 43,19-21). Diese Worte haben nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil.

In dieser Freude wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und eine herzliche Gemeinschaft mit unserem Abba JaHuWaH, der sich unser allezeit erbarmt!

Gregor Dalliard