"Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!" (Ps 105,4). Teil 6

Glaubensimpuls 258

Nun ja, wenn ihr Glauben hättet! “Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden. Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden. Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Übertretungen vergebe. (Mk 12, 23-26).

An dieser und ähnlichen Aussagen in der christlichen Bibel, dem sogenannten “Neuen Testament”, wurde bis heute, wie an keiner anderen Aussage, herumexperimentiert. Viele freikirchlich geprägten Prediger sind schockiert über das Ausbleiben solcher Wunder in ihren Gemeinden, trotz des unerschütterlichen Glaubens in ihren Reihen. Verunsichert kommen sie immer wieder zum Schluss dass es an dem rechten Glauben fehlen müsse. Es könnten aber eventuell geheime Sünden sein die diese Wunder verhindern. Über Jahre bemühen sie sich, ihre Gemeinde auf Glaubenskurs zu bringen, aber ohne Erfolg. Sie argumentieren gerne: da Jesus solche Worte sprach und sie wörtlich zu glauben sind, weil ihre Bibel wörtlich inspiriert ist, müssten solche Wunder einfach zum Wesen einer Jesusgläubigen Gemeinde gehören. So schustern sie ein ganzes Leben lang krampfhaft daran herum, besuchen Seminare, Bibelfreizeiten und vieles mehr um endlich der Sache auf den Grund zu kommen. Sie manipulieren, experimentieren und treiben die Mitglieder oft zu unberechenbaren Tatsachen, wie ich das an einem Beispiel im letzten Gim aufzeigte. Andere, die sich aufrichtig Mühe geben ein christliches Glaubensleben zu führen, fallen beim Ausbleiben der grossen “Wunder” in ein bestimmtes Mass an Depressionen. Sie zweifeln an der Liebe ihres Jesus-Gottes zu ihnen und lassen sich von der Gemeinde über Jahre mittreiben, weil es für sie kein Zurück aus der Gemeinde geben kann.

Was wollte Jahushua mit solchen Aussagen vermitteln? Er meinte sie keineswegs wörtlich. Das sind Metaphern, Bildreden, die in einem umfassenden Kontext des israelitisch-jüdischen Heilsverständnisses stehen und verstanden werden müssen. Jahushua sagte damit das Tiefsinnigste über die Beziehung des Menschen zu dem Vater im Himmel aus. Die jüdischen Schüler Jahushuas, die Jünger, mussten verstehen lernen, dass es keinen Sinn macht Berge zu versetzten: “Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden.” Wir müssen das gesamtprophetische Wort der Bibel suchen und im Auge behalten. Alles ist auf JaHuWaH, seine Ehre, seine Allmacht und Herrlichkeit ausgerichtet. Allein die Gemeinschaft mit ihm gibt Leben, den Sinn des Lebens und den inneren beständigen Frieden. Es gibt nichts Grösseres in dieser Welt.

Mehr als einen Berg versetzen ist die Gemeinschaft mit JaHuWaH und ein Leben aus dieser Verbindung: “Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert JaHuWaH von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Erlöser (Gott)? (Mi 6,8). Einen Menschen, ein verlorenes Schaf, zu JaHuWaH führen oder zu ihm zurückführen, heisst Berge versetzen. Es gibt kein grösseres Wunder. Dieser Kontext scheint uns möglicherweise an den Haaren herbeigezogen. Diese Redeweise ist uns in unseren griechisch-christlichen Denkstrukturen einfach nicht verständlich. Das aber soll und ist die grosse Sendung und Aufgabe der Jünger. Diese Tatsache müssen wir demütig zur Kenntnis nehmen. Wir kommen einfach nicht darum herum, wollen wir die biblische Botschaft nicht veruntreuen und dann eines Tages als schlechte und böse Verwalter vor JaHuWaHs Angesicht erscheinen.

Achten wir noch einmal auf die spezifischen Worte Jahushuas, die vollkommen dem Geist der gerechten Juden und Propheten entsprechen: “Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24, vgl. dazu Lk 15,1ff). Mit einer aussergewöhnlichen Hingabe gab Jahushua dafür sein Leben hin, so wie es für alle Gerechten, alle Wiedergeborenen, im Hause des Vaters Wohnenden Juden üblich war. “Es ist aber leichter, dass der Himmel und die Erde vergehen, als dass ein Strichlein der Thora (und der Propheten) wegfalle” (Lk 16,17; Mt 5,17-19). Gemeint ist die anhaltende Suche nach der Verbindung und Gemeinschaft mit JaHuWaH, die mein – oft so unmögliches – Leben zur Ehre JaHuWaHs immer wieder neu zum Segen werden lässt. Wenn du die Gemeinschaft, das Leben und den Frieden in und mit JaHuWaH immer wieder suchst und findest, dann ist das so als würdest du zu diesem Berg sagen “hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden”. Alle andern Bitten finden darin ihre Erfüllung, d.h. du wirst mit JaHuWaH alles andere einordnen können.

Wenn die zwölf Bibelschüler Jahushuas (Apostel) und die siebzig und mehr das begriffen haben, dann geht die Herrlichkeit JaHuWaHs durchs Land. Hier und dort wird dann das Reich JaHuWaHs sichtbar. Die zwölf und siebzig werden gemeinsam grössere Wunder tun als Jahushua allein. Darum sagte er ihnen: “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mir glaubt (glaubt wie ich), der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird grössere als diese tun, weil ich zum Vater gehe” Joh 14,12). Im Blick steht die grosse Zahl der Wirkenden die im Vertrauen auf JaHuWaH viele verlorene Schafe zum Vater zurückbringen werden. Das sind die grossen Wunder, d.h. Berge versetzen.

Denjenigen, die zum Vater umkehren, zu ihm zurückgebracht werden, wie in Lk 15,11-32 dargestellt, wird Jahushua zur Auferstehung, zum Geber, zum Vermittler des Lebens. Auch jeder andere Mensch, der jemanden zu JaHuWaH zurückbringt wird dem Betreffenden zur Auferstehung. “Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein” (Lk 15,24.32). Er ist gefunden worden! Jahushua wurde so zum guten Hirten wie ein Hirte der sein Leben lässt für seine Schafe. Das taten auch alle Gerechten unter den Juden vor ihm. Das tun sie heute noch und werden sie in Zukunft auch tun, vor allem beim Anbruch und während der messianischen Zeit (vgl. Sach 8,20-23; 14,5c.9.16; Jes 2,2-5; Dan 7,18.22.27 u.a.m.). Einfach umwerfend und spannend wie nichts sonst auf diesem Planeten! Aber der christlichen Theologie passt das gar nicht! Sie unternahm und unternimmt alles um die biblische Wahrheit vor den Menschen zu verdunkeln.

In diesem Kontext kann Jahushua sagen: “Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer mir glaubt, wird nimmermehr dürsten” (Joh 6,35). “Ich bin das Licht in der (finsteren) Welt (unter den Römern); wer mir nachfolgt (glaubt wie ich und alle Gerechten vor mir), wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben” (Joh 8,12). Ebenso: “Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich (in meinem Glauben) eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb (Kirche, Ersatztheologie) kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Wer Mietling und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht zu eigen hat (nicht zu JaHuWaH gehört), sieht den Wolf (die Römer) kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf raubt und zerstreut sie” (Joh 10, 9-12).
Zu Martha konnte er darum sagen: “Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer mir glaubt (glaubt wie ich, dem Vater vertraut wie ich), wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und mir glaubt wird nicht sterben in Ewigkeit” (Joh 11,25-26).

Einfach wunderbar! Wie ist das mit uns? Möglicherweise werden auch wir für Menschen zum Licht, zum Brot des Lebens, zur Tür hin zu JaHuWaH, zum guten Hirten, zur Auferstehung und zum Leben! Die Psalmisten sprechen aus einer langen Erfahrung und ermutigen uns sehr: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10); “..die ihr JaHuWaH sucht, euer Herz soll leben!” (Ps 69,33). Das wünsche ich allen von Herzen und dazu einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

Herzlich laden wie wieder zu einer kurzen Bibelfreizeit in Zwerenberg ein: Beginn Donnerstagabend, den 22. September 2016 um 18.00 Uhr. Ende der Freizeit: Sonntag, den 25. September mit dem Mittagessen. Anmeldungen sowohl bei Familie Paul Burghard, wegen der Verköstigung als auch bei Herrn Schmidt im Landgasthof Ochsen, wegen der Unterkunft: Günter Schmidt, Schwarzwaldstraße 24, 75389 Zwerenberg. Tel. + 49 7055-9323996, Fax. + 49 7055-9307367, Mail: ochsen-zwerenberg@t-online.de. Paul und Marlene Burghard, Zwerenberg Parkstr. 1, 75389 Neuweiler, Tel. + 49 7055-7342.