"Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!" (Ps 105,4). Teil 5

Glaubensimpuls 257

Die meisten von uns sind in einem christlichen Land, in einer christlichen Umgebung und in einer christlichen Familie aufgewachsen und erzogen worden. Die Glaubenslehre die wir auf unserem Lebensweg mitbekamen fusst auf der Lehre der Kirchenväter, des Paulus und seiner nächsten Nachfolger. Sie formten in den ersten drei Jahrhunderten n.u.Z. das Christentum. Wie wir nun zur Genüge wissen, vermischten sie das bewährte biblische Zeugnis unter ihre bestehenden heidnischen Traditionen. Diese Vermischung wirkte sich auf die Entwicklung der Menschen im Laufe der letzten 1600 Jahre verheerend aus und zwar in allen Lebensbereichen. Das wollen viele nicht gelten lassen, weil sie die geschichtlichen Fakten ignorieren oder ihnen die Informationen dazu fehlen. Sie sehen nur das was nach dem 2. Weltkrieg in rasantem Tempo an Entwicklung und Wohlstand erreicht worden ist und vergessen, dass es 1600 Jahre lang fast keine Entwicklung gab, zumindest was das religiöse Leben der christlichen Menschen angeht. Wohingegen aber die Juden mit dem prophetisch-biblischen Wort und Lebensstil kamen, die im glauben Abrahams standen, da gedeihte das Leben zum Segen und Wohlstand der Christen, bis die Kirchenführer, vor Eifersucht gepackt, ihnen das Leben zur Hölle machten, sie missbrauchten und erpressten. Unter diesem unerträglichen Druck liessen sich manche zu bösen Taten verleiten oder traten zum Christentum über. Andere wurden vertrieben oder umgebracht. Damit brach der Segen zusammen und die christliche Knechtschaft nahm wieder ihren Lauf.

Das christliche Heidentum stellte sich jeder biblisch verheissenen Entwicklung, die dem Abraham und den israelitisch-jüdischen Propheten gegeben worden war, entgegen. Nach dem 2. Weltkrieg brach dieser Widerstand zusammen. Dieser Prozess läuft weiter. Nun begegnen wir einer typisch menschlichen Haltung. Es ist die Gegenreaktion auf die 1600 jährige geistige und körperlich-religiöse Unterdrückung durch die meisten christlichen Führer. Sehr viele Menschen wollen heute nichts mehr glauben, einfach nur leben. Der einzelne Mensch und seine Errungenschaften stehen allein im Mittelpunkt. Der Bezug zu den reichen biblisch erprobten Erfahrungen, die den inneren Frieden und den Aufbau eines gesunden menschlichen Lebens garantieren, werden ebenso verworfen wie das Christentum. Der enttäuschte Mensch, der sich von den Fakten der christlichen Gräueltaten treiben lässt verwirft heute alles, was für ihn nicht greifbar, fassbar und erklärbar ist. Viele sind vom Christentum bitter enttäuscht. Ihr argloses Vertrauen wurde zutiefst missbraucht. Das ist wohl verständlich aber führt uns nicht weiter. Mit dieser Haltung werden die Lebensverheissungen an Abraham ebenso verworfen, wie das in den überzeugten christlich-heidnischen Kreisen geschieht.

Die Texte der christlichen Bibel, des sogenannten “Neuen Testamentes”, werden innerhalb der christlichen Kirchen und Gemeinschaften zum Teil sehr unterschiedlich bewertet und ausgelegt. Die traditionellen Staatskirchen, die heutigen Grosskirchen, haben, wie oben erwähnt, schon sehr früh in ihrer Geschichte eine Umdeutung und damit eine Verfälschung der biblischen Zusammenhänge vorgenommen. Das prophetische Wort wurde zerrissen. Daraus entstand das sogenannte “Neue Testament”. Es ist darum im Lichte des prophetischen Wortes der Bibel, JaHuWaHs, voller Sinnlosigkeiten und Widersprüche. Entsprechend werden ihre Anhänger gelehrt und geprägt. Worin besteht die zentrale Irrlehre? Die Christen sind der irrigen Überzeugung JaHuWaH hätte die Juden verworfen und würde sie nun durch die Christen ersetzen (Ersatztheologie). In diesen und anderen Hauptirrtümern ist man sich unter allen Christen einig. Für freikirchliche Gemeinschaften ist das “Neue Testament” direkt von JaHuWaH eingegeben. Es wurde den Kirchenvätern, die das “Neue Testament” zusammenstellten, direkt geoffenbart. JaHuWaH wachte darüber, damit sich keine Irrtümer einschleichen konnten. Das ganze “Neue Testament” ist darum wörtlich zu verstehen, zu glauben und auszuleben. Die sinnbildlichen Aussagen Jahushuas (Jesu) werden verworfen, ebenso die geschichtlichen Gegebenheiten und Fakten innerhalb derer sich das Leben Jahushuas abspielte.

Das kann zu grossen Problemen führen. Nehmen wir so einen Abschnitt aus dem “Neuen Testament”, Mk 11,20-25. Ich kann hier nicht auf alles eingehen. Dafür reicht der vorgesehene Platz nicht aus. Ich denke an eine gute und aufrichtige Frau aus Hessen, Mitglied einer freikirchlichen Gemeinschaft. Sie nahm die Verse 23-25 wörtlich, d.h. ich muss nur den richtigen Glauben haben und mutig zur Tat schreiten, dann wird es so werden wie Jahushua sagte. Jahushua konnte als zweite Gott-Person doch unmöglich lügen. Und schliesslich betonen alle Prediger, dass das “Neue Testament” wörtlich zu glauben sei. Das tat sie, denn sie vertraute ihren Kirchenführern, die immer wieder den mangelnden Glauben der Christen anprangern. Während der Beerdigung ihrer Cousine stand sie auf und gebot im Namen Jesu der Toten, zum Erstaunen und Entsetzen der Anwesenden, aus dem Sarg herauszusteigen. Dabei zitierte sie den Vers 24. Nichts geschah. Sie wiederholte und bezeugte ihren Glauben. Nichts geschah. Sie brach zusammen und endete in der Psychiatrie. Sie sagte mir später, wie können die Kirchen Tag und Nacht betonen, dass die Bibel wörtlich inspiriert sei, wörtlich zu glauben und umzusetzen sei und mir hinterher sagen: bist du verrückt, du hast uns in aller Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preisgegeben und unserem guten Ruf geschadet.

Jahushua lehrt in Vers 22 ausdrücklich den Glauben, das Vertrauen auf den Abba JaHuWaH: “Und Jahushua antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an JaHuWaH!” (Mk 11,22). Korrekt übersetzt, im prophetischen Kontext, heisst es: “Habt den Glauben des JaHuWaH”. Das ist ganz einfach wunderbar! Suche seinen Willen für dein Leben zu erfahren, zu verstehen und in deinem Alltag umzusetzen, d.h. suche sein Angesicht für dein Leben. Keiner wie er versteht dich in deinem Leben, in allem was dein Leben betrifft. Vertau dem Schöpfer deines Lebens. Wie manche bereits wissen standen die Juden zur Zeit Jahushuas unter einer sehr schweren Zerreissprobe. Der Abfall von JaHuWaH zog immer weitere Kreise. Viele gingen in jenen Tagen von JaHuWaH weg, hin zu den Römern und Griechen. Im Gleichnis von dem jüngeren Sohn, der bei den Schweinen endet, weist Jahushua auf diese Tragik hin (vgl. Lk. 15,11-32!). Jahushua bezeichnete die Römer als Schweine. Er hielt es so wie alle Pharisäer und Rabbis. Das Schwein genoss bei den Römern göttliche Verehrung. Wegen seiner Fruchtbarkeit stellte es die Gottesmutter dar, die Mutter der Erde, wie bei den Griechen die Göttin Demeter.

Und weil das auserwählte Volk zu jener Zeit unter den Römern der Verzweiflung nahe war, sagte Jahushua: “Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (vgl. Mt 15,24), zu niemandem sonst! Darum sandte er seine Schüler auch nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel, zu niemandem sonst (vgl. Mt 10,6). Er lehrte sie umzukehren zu JaHuWaH, zu seiner Fülle, zu der Fülle des Lebens zurückzukommen. Im genannten Gleichnis (vgl. Lk. 15,11-32!) stellt er darum die Fülle des Lebens am Hofe und im Hause des Vaters in einer umwerfenden Weise dar. So festet und feiert der Himmel wenn ein Mensch zu JaHuWaH umkehrt. “Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn zärtlich. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heissen. Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Kleid her..” (Lk 15,20-22).

Wie der Vater im Gleichnis sehnsüchtig auf die Rückkehr des verlorenen Sohnes aus dem Hause Israel wartet und sich überschwenglich auf die Rückkehr freut, Haus und Hof auf den Kopf stellt, um den wiedergefundenen Sohn zu feiern – einfach wunderbar! – so ist JaHuWaH, der Schöpfer unseres Lebens!! Darum lehrt Jahushua: “Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Busse tut (zu JaHuWaH umkehrt), mehr als über neunundneunzig Gerechte (Juden), die die Umkehr (Busse) nicht nötig haben” (Lk 15,7). Ist eine solche Botschaft nicht umwerfend? Wer zu JaHuWaH umkehrt, nicht zu einem griechischen Jesus-Gott, der lebt: “Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein” (Lk 15,24). Das ist die heilsame Botschaft aller Propheten, keiner spricht von einer Umkehr zu einem Jesus-Gott, nicht einmal Jahushua von Nazareth. O, wenn doch die Christen das einsehen könnten, Jahushua von Nazareth glauben und zu JaHuWaH umkehren würden!! Sie könnten sich im Angesicht JaHuWaHs freuen und jeder Shabbat wäre ein Freudenfest! Im nächsten Gim wollen wir verschiedene Aussagen Jahushuas aus dem sogenannten Evangelium nach Johannes im Lichte dessen was Jahushua glaubte und meinte, unter die Lupe nehmen.

“Die ihr JaHuWaH sucht, euer Herz soll leben!” (Ps 69,33). Ja, so ist es. In dieser Freude und Dankbarkeit grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten, feierlichen Shabbat!

Gregor Dalliard

Herzlich laden wie wieder zu einer kurzen Bibelfreizeit in Zwerenberg ein: Beginn Donnerstagabend, den 22. September 2016 um 18.00 Uhr. Ende der Freizeit: Sonntag, den 25. September mit dem Mittagessen. Anmeldungen sowohl bei Familie Paul Burghard, wegen der Verköstigung als auch bei Herrn Schmidt im Landgasthof Ochsen, wegen der Unterkunft: Günter Schmidt, Schwarzwaldstraße 24, 75389 Zwerenberg. Tel. + 49 7055-9323996, Fax. + 49 7055-9307367, Mail: ochsen-zwerenberg@t-online.de. Paul und Marlene Burghard, Zwerenberg Parkstr. 1, 75389 Neuweiler, Tel. + 49 7055-7342.