„..alles aber von Jahweh“ (1Kor 11,26b) „..und für ihn (auf ihn hin) sind alle Dinge (alles)! Ihm sei die Herrlichkeit durch alle Zeitalter hindurch! Amen (Röm 11,36).

Glaubensimpuls 59

Im letzten Gim 58 habe ich auf den Psalm 139 verwiesen. Er ist ein tiefgreifendes Zeugnis über den Namen, d.h. über das Wesen Jahwehs, unseres Schöpfers. Wenn wir Menschen etwas schaffen, etwas gestalten, das uns zutiefst bewegt und erfüllt, dann ist unsere Freude über unser Werk, über das von uns Geschaffene, gross. Ob es der Dienst einer Raumpflegerin, eines Holzfällers, einer Hausfrau oder eines Arztes ist, es ist der bewusste und hingebungsvolle Einsatz in die uns geschenkten oder gebotenen Aufgaben und Möglichkeiten, die uns erfüllen. Jeder bekommt in seinem Leben von unserem Schöpfer Jahweh Aufgaben zugeteilt in denen er Erfüllung suchen und finden kann, selbst wenn wir meinen immer wieder am falschen Platz zu sein. Wir dürfen unsere Gaben entfalten, unser Schaffenskraft womöglich äusserlich und innerlich verändern. Schaffen wir zur Ehre Jahwehs das Beste, selbst in unmöglichen Lebensumständen und -abschnitten, werden wir staunen, was da alles an innerer Zufriedenheit herauskommen kann!

Jahweh, unser Schöpfer, der Schöpfer aller Dinge und allen Lebens (vgl. 1Mo Kap 1 und 2) freute sich herzhaft, mit seinem ganzen Wesen, über alles was er geschaffen hatte, obwohl er sich über die Probleme und des Kummers im voraus bewusst war, die ihm die Menschen durch den Missbrauch der ihnen geschenkten Freiheit und Mitgestaltung machen würden. Er rechnete diese Geschehnisse alle mit ein. Sie machen nur Sinn, wenn wir an eine vollkommene Wiederherstellung, Zurechtbringung all dieser Verkehrtheiten und Greuel aus seinem Wort einordnen,verstehen und annnehmen.

Der schrittweise Aufbau seiner Schaffenskraft bei der Gestaltung der Schöpfung ist ein Wunderwerk das alle menschliche Erkenntnis ins unermessliche übersteigt. Die moderne Wissenschaft bestätigt diesen harmonischen Aufbau, obwohl sie Jahweh und seine Schöfungskraft verleugnet! Das macht das Wunder der Schöpfung noch unermesslicher. Am Ende seines ganzen Schaffenswerkes schuf er denMenschen. „Und Jahweh sprach: Lasst uns Menschen (hebr. adam d.h. von der Erde, adama = Erdboden) machen in unserem Bild, nach unserem Aussehen (d.h. Geist von ihm einhauchen, vgl. Ps 146, 3-5).

Übrigens ist mit „Lasst uns Menschen machen“, nicht eine Mehrzahl von Göttern gemeint, wie manche fälschlicherweise lehren. Sie wollen daraus um jeden Preis einen sogenannten dreieinigen Gott (drei Gottheiten) herauslesen, um ihren heidnisch-hellenistischen trinitarischen Götterkult beweisen zu können. Jahweh ist immer Echad, d. h. der ungeteilte einzig Eine, der in vollkommener Einheit mit seiner ganzen Schöpfung lebt. „Elohim“, die Mehrzahl von „Eloah“, ist kein Hinweis auf mehrere Personen. Elohim ist nur im grammatikalischen Sinn Mehrzahl, aber nicht im realen. Es ist der „pluralis majestatis“, d.h. eine Majestätsbezeichnung, die durch die Pluralform ausgedrückt wird um die einzigartige Grösse des Sprechenden und seinen unantastbaren und für alle verbindlichen Entscheid darzustellen. Der Sprechende sieht es als selbstverständlich an, dass die Hörenden seine Worte und sein Handeln mit aller Selbstverständlichkeit gehorsam bejahen, darum bezieht er sie mit ein, er spricht also im pluralis majestatis.

Wenn z. B. der Papst ein Glaubensgesetz erlässt, von dem er überzeugt ist, dass es für alle Menschen zum Heile notwendig ist, spricht er im pluralis majestatis, d.h. „Wir“ = „Lasst uns“. Er setzt kraft seines Amtes und seiner einzigartigen Stellung als Papst, in der er von keinem menschlichen Gesetz gerichtet werden darf und kann, voraus, dass überhaupt kein Mensch an seinem Glaubensgesetz zweifelt, noch zweifeln wird oder darf, ohne sich dabei nicht den schlimmsten Höllenqualen auszusetzen. Dieses „Wir“ drückt also das unantastbare und unumkehrbare Wort und Werk des Betreffenden aus. Im Papst sind keine zwei oder drei Päpste. Es ist immer nur der eine Papst in seiner unantastbaren Stellung gemeint! Der Papst lässt sich darum weltweit von allen Politikern, Führern und Menschen der Welt mit „Heiliger Vater“ ansprechen, eine Bezeichnung mit der Jahshua (Jesus) allein den himmlischen Vater ansprach (vgl. Joh 17,11)! Ein Wahnsinn, was sich hier der Vatkan anmasst!!

Nun zurück zur Schöpfung! „Und es geschah so. Und Jahweh sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es ward Abend und Morgen: der sechste Tag. So wurden die Himmel und die Erde  und all ihr Heer vollendet. Und Jahweh vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Und Jahweh segnete den siebten Tag und heiligte ihn (sonderte ihn aus); denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Jahweh geschaffen hatte, indem er es machte. Dies ist die Enstehungsgeschichte (hebr. toledot = Erzeugungen) der Himmel und der Erde, als sie geschaffen wurden (1Mo 1,31- 2, 1-4).

Seiner ganzen Schöpfung setzte also Jahweh als Krone den Menschen auf. Es war sein schönstes Werk. Von diesem Werk ist er bis heute und bis ans Ende der Ewigkeiten (der Zeitalter) zutiefst ergriffen. Mit dem Geschöpf Mensch will Jahweh zusammenleben. Dieses bewusste Zusammenleben mit ihm erfüllt   unser Leben, bringt unser Leben auf den Gipfel des Lebenssinnes. Sein Menschenwerk war Liebe, ist Liebe und wird immer nur auf der Basis der Liebe funktionieren. Darum wird ein Geschöpf tiefste und letzte Erfüllung nur in dieser liebenden Gemeinschaft finden.

Weltweit gibt es zahllose Zwistigkeiten, Entzweiungen, Feindschaften und sogar  Kriege wegen religiöser Erkenntnisunterschiede, die gegenseitig nicht respektiert werden. Natürlich muss religiöser Missbrauch, der Menschen zu Sklaven eines religiös-ideologischen Systems entwürdigt, in aller Schärfe beurteilt und öffentlich an den Pranger gestellt werden. Wir können aber keinen Menschen wegen seiner Glaubensprägung, -erkenntnis oder -verstockung verachten. Wir sind verpflichtet jeden Menschen als persönliches Geschöpf des Schöpfers Jahweh anzusehen und dementsprechend zu behandeln, ob er unserer Glaubenserkenntnis entspricht oder nicht. Die Kraft zu diesem Verhalten lehrt uns die Bibel, so auch der Psalm 139. Der Apostel Shaul schreibt in diesem Zusammenhang: „..alles aber von Jahweh“ (1Kor 11,12b).

Vergessen wir auch das nicht! Jede Gabe und jede Glaubenserkenntnis ist einem Wachstum unterworfen. Natürlich verharren Massen von Menschen in ihrem angelernten Kindergartenglauben. Dafür gibt es unterschiedlichste Gründe. Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass es ausser dem israelitisch-jüdischen Glauben, der auf die Jahwehmündigkeit jedes Einzelnen hinzielt (vgl. Profeten), alle Religionen ihre Anhänger auf Glaubensunmündigkeit trimmen, damit sie ihren Führern als willfährige Objekte zur Verfügung stehen. Aber auch all jene, die bemüht sind in ihrer Jahwehbeziehung (Glauben) zu wachsen, sollten mit tiefem Respekt miteinander umgehen.

Mit einfachen und verständlichen Worten schreibt Shaul von der Erkenntnis und Wachstümlichkeit unserer Jahwehbeziehung (Glauben). „Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise (nur einen Teil), dann aber werde ich erkennen, gleich wie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Jahwehbeziehung (Glaube), Hoffnung, Liebe, diese drei, die grösste aber von diesen ist die Liebe“ (1Kor 13,11-13). Liebe ist immer die Beziehung Jahwehs zu dir und mir, nicht deine und meine Beziehung zu Jahweh. Unser Liebe folgt der ersten Liebe, die immer von Jahweh, unserem Schöpfer, ausgeht!

Bedenken wir, Jahweh lässt sich von keinem Geschöpf etwas für immer nehmen. Er lässt sich gar nichts nehmen, denn jedes Knie wird sich im Namen Jahshuas beugen, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge wird huldigen (jubilieren), dass Jahshua Ha Mashiach Herr ist, zur Ehre des Vaters (vgl. Phil 2,10-11, 1Kor 15,28). Darum noch einmal: „Es werden dich loben, Jahweh, alle deine Werke“ (Ps 145,10).

In dieser Liebe lasst uns, wenn immer möglich, entsprechend der gegebenen Umstände, herzhaft Shabbat feiern – wir haben allen Grund dazu! Shabbat Shalom.

Gregor Dalliard