“Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen..” (Offb 15,2) Teil 13d

Glaubensimpuls 100

In den letzten Gim versuchte ich anhand von 1Kor 3,13-15b aufzuzeigen, dass das Bild von Feuer im heilsgeschichtlichen israelitisch-jüdischen Verständnis nicht von dem scheinbar nebensächlichen Sätzchen „er selbst aber wird errettet werden, doch so wie durchs Feuer“ getrennt werden darf. Vier Dinge sind dabei zu beachten. Erstens sind die Söhne, das Zwölfstämmevolk, und ihre Nachkommen, gemäss Bundesverheissungen Jahwehs an Abraham, Isaak und Jakob, unwiderruflich mit Jahweh verbunden. Zweitens kann sie nichts und niemand endgültig von ihm scheiden. Gibt es drittens eine Verwerfung, dann ist diese Verwerfung immer nur vorübergehend. Viertens trifft eine Verwerfung nie auf das ganze israelitisch-jüdische Volk zu, obwohl alle in Mitleidenschaft gezogen werden können. Solche, die sich von ihm getrennt haben, werden zwar Schaden (Gerichte) nehmen, dennoch werden sie errettet, „doch so wie durchs Feuer (Gerichte)“. Aus den ganannten Gründen sind die Gerichte darum immer im Sinne von Wiederherstellung zu verstehen, also Gerichte die die Beziehung zu Jahweh wiederherstellen.

Trennen wir diese prophetisch heilsgeschichtlichen Zusammenhänge voneinander und verkehren sie ins Gegenteil, fügen wir dem himmlischen Vater Jahweh, den Propheten, Jahshua und den Aposteln schwerwiegenden Schaden zu, ebenso jenen Menschen, die uns vertrauen und die uns diese falschen Lehren als Wahrheit abnehmen und dann blind verteidigen. Wir würden uns Jahweh und seinem Heilswillen entgegenstellen. Leider zieht hier eine grosse Masse freikirchlicher Menschen mit der katholischen Kirche an einem Strick. Viele tun es aus Unwissenheit, weil sie entsprechend gelehrt worden sind.

Dem israelitisch-jüdischen Volk war der Begriff von dem Feuer Jahwehs wohl bekannt. Das Feuer, das von Jahweh ausgeht, heisst immer Liebe, die erste Liebe (vgl. offb 2,5). Sie geht immer von Jahweh aus. Diese Liebe kann kein Wesen beeinflussen, sie aufhalten, mindern oder zunichte machen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der Mensch hat hier absolut keinen Zugriff, selbst wenn der religiöse Mensch aus seinem verführten Wesen heraus das meint. Feuer ist Ausdruck seiner Liebe, die das Geliebte aus der Fülle seines Lebens leben lässt, es bewahrt, führt, ihm hilft, dient, es schützt, weiterführt. Wenn es sich verirrt hat, sucht diese Liebe das Verlorene und bringt es zurück. Das Davongelaufene stürzt sich ja selbst in die Leiden der Gerichte, eben durch das Davonlaufen. Manchmal empfinden wir die Wege Jahwehs als Strafe, als Gericht. In diesem Zusammenhang spielt das Feuer Jahwehs unterschiedliche Rollen.

Die Feuersäule leuchtete Israel nachts durch die unsichere, gefahrvolle Wüste (vgl. 2Mo 13,21-22). Das ausgesonderte Volk folgte diesem Feuer Jahwehs. Vom brennenden (feurigen) Dornbusch bis hin zu den Feueropfern offenbarte Jahweh sein Wesen der unbestechlichen, gerechten und immerwährenden Liebe. Jahshua hat uns wieder zu dieser ungeteilten Liebe geführt. Jochanan (Johannes), der den Dienst und die Sendung Jahshuas ansagte sprach von Jahshua: „..er wird euch mit dem Geist Jahwehs und mit Feuer taufen“ (Mt 3,11), d.h. er wird euch eure verkehrten Wege und eure Lauheit Jahweh und seinem Wort gegenüber aufzeigen und euch davon losbinden und euch mit neuer Liebe zu ihm und zu seinem lebensspendenden Wort zurückführen, neu entflammen und überzeugen. Er wird den Geist der Beständigkeit und der Treue in euch entfachen.

Jahshua selbst sagte darum: „Ich bin gekommen Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet!“ (Lk 12,49). Da Jahweh die Seinen, wegen seines Namens und seines Bundes und der Wiederherstellung aller Dinge willen, nicht lassen kann, führt er sie immer wieder durch die Feuer der Gerichte (richten, die richtige Richtung geben, auf den Weg zu ihm hin richten) zu ihm zurück führen, wie uns das Jahshua in manchen Gleichnissen veranschaulicht, vor allem im Gleichnis von dem barmherzigen Vater in Lk 15,11ff. Er erzieht und führt sie gelegentlich durch die äussersten Feuergerichte. „Ich überführe und züchtige (d.h. erziehen, mit Feuer salzen) alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Busse (d.h. sinne um)! (Offb 3,19). Jahweh lässt bei seinen Söhnen nicht locker bis die letzten Schlacken der Jahwehlosigkeit entfernt sind. Das Feuer Jahwehs ist das Feuer der Reinigung und es ist unauslöschlich solange Schlacken der Jahwehlosigkeit an uns haften, d.h. solange unser Vertrauen nicht vollkommen und ungeteilt in Jahweh zur Ruhe kommt (vgl. 5Mo 6,4-5; Mk 12, 29-34).

Darum wird bei der Beurteilung jenen zur Linken gesagt werden: „Geht von mir, Verfluchte (Jahwehlose), in das ewige (äonische) Feuer, das bereitet ist dem Widersacher und seinen Predigern (Engel, Boten)! Im Gleichnis vom Unkraut sagt Jashua über die untreuen Söhne: „Der Sohn des Menschen wird seine Verkündiger (Herrschaft der Heiligen) aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle die von Jahweh wegführten (alle Ärgernisse) zusammenlesen und all die Thoralosen (fälschlicherweise und irritierend mit Gesetzlosen übersetzt); und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird das Weinen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten (die jahwehtreuen Juden und die in Jahweh Eingepfropften aus den zehn „verlorenen“ Stämmen) leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters (Herrschaft der Heiligen). Wer Ohren hat der höre!“ (Mt 13,41-43).

Wir haben ein völlig irriges und chaotisches Verständnis von dem Wort ewig in unserem Kopf. Den Kirchenvätern und Päpsten ist es durch die Jahrtausende lange religiöse Hirnwäsche gelungen uns einzubläuen, dass das griechische Wort aion im biblischen Sinn unendlich bedeute. Das griechische Wort aion ist mit Ewigkeit übersetzt worden. Das heisst aber ein Zeitalter lang, besser übersetzt: in diesem Zeitalter. Du und ich, wir haben das Leben in Jahweh neu in diesem Zeitalter empfangen. Es ist ein bleibendes Leben, das durch nichts aufgehoben werden kann, weil es den Söhnen von Jahweh gegeben ist. Von den Heiligen (d.h. von dem ausgesonderte Volk Jahwehs) ist gesagt: „..und sie werden herrschen in die Zeitalter der Zeitalter (von einem Zeitalter in das andere). Griechisch: „eis tous aionas ton aionon“, fälschlicherweise übersetzt mit „in die Ewigkeiten der Ewigkeiten“, was zudem auch keinen Sinn ergibt, oder: „eis aionas aionon“, fälschlicherweise übersetzt mit „in die Ewigkeiten von Ewigkeiten“, was ebenso sinnwidrig daher kommt (vgl. Offb 1,6; 4,9; 5,13; 7,12; 10,6; 11,15; 14,11; 15,7; 19,3; 20,10; 22,5; Röm 16,27; Gal 1,5; Eph 2,7; 1Tim 1,17 u.a.m.).

Das Leben, das Jahweh in diesem Zeitalter seinen Söhen gleichsam (zurück)schenkt ist also ein bleibendes Leben. Das jahwehlose Leben findet also in diesem oder in einem der nächsten Zeitalter ein Ende, bis jedes Knie sich beugen wird und jede Zunge Jahweh zur Ehre huldigen wird (vgl. Phil 2,10-11). „Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in den Äonen (oder für die Äonen = Zeitaltern, d.h. „auto he doxa eis tous aionas“) (Röm 11,36). Und „hina ä ho theos ta panta en pasin“, d.h. „damit ist Jahweh (Gott) alles in allem“ (1Kor 15,28).

Wie könnte es auch anders ein. Nachdem Jahweh die verwüstete erste Schöpfung, die im Wasser untergegangen war (vgl. 1Mo 1,1-2; 2Petr 3,6-7) in das neu geordnete Dasein rief, „sah er alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1Mo 1,31; 5Mo 32,4; Pred 3,10-11;). So wird es auch am Ende wieder sein: „Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Diese Aussage deckt sich mit vielen Bekenntnissen in den Propheten. Jahweh überlässt rein gar nichts der Jahwehlosigkeit: „Ich bin Jahweh, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen..“ (Jes 42,8; 48,11). Würde Jahweh einem seiner Geschöpfe etwas überlassen, wie etwa dem Satan, dann gäbe er damit einem seiner Geschöpfe die Ehre, und genau dem widerspricht die ganze Bibel! „Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Erlöser bin. Es gibt keinen sonst, keinen Erlöser gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist..“ (Jes 46, 8-10). „Ich bin Jahweh und sonst keiner. Ausser mir gibt es keinen Erlöser.. Ich bin Jahweh und sonst keiner-, der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, der Schöpfer, bin es, der das alles wirkt“ (Jes 45, 5-7).

Die Sünde der Söhne wider den Geist Jahwehs (allgemein als Sünde wider den heiligen Geist bezeichnet) wird weder in diesem Zeitalter noch im kommenden  vergeben werden, sagt Jahshua (vgl. Mt 12,32). Wenn Jahshua in Mk 3,28-30 sagt: „..wer aber gegen Jahweh (d.h. heiliger Geist) lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig“, dann ist damit ausgedrückt was in Mt 12,32 genau geschrieben ist: „..wenn aber jemand gegen den Geist Jahwehs reden (lehren) wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter (Äon, griech.: aion) noch im zukünftigen (Zeitalter)“. Das heisst dass das Gerichtsmass entsprechend der Schwere und des Ausmasses der Sünde äusserst lange anhalten wird.

Nun lesen wir von den Überwindern, dass sie vor etwas stehen und singen, das aussieht wie ein gläsernes Meer und mit Feuer gemischt ist. Sie singen das Lied Mose und des Lammes. Das Lied der Überwinder. Warum stehen sie während sie singen? Warum sitzen sie nicht? Achten wir darauf, dass im Vers 1 von Kap. 15 gesagt ist, dass mit den sieben Plagen „der Grimm Jahwehs vollendet“ ist, das heisst die Gerichtsurteile sind gesprochen und die Herrschaft der Heiligen, der gerechten Juden und der in ihren Heilsreichtum Eingepfropften hat begonnen. Was sie dabei singen lesen wir in den Versen 5-6 von Kap. 15. Jene, die in dem sind was aussieht wie ein gläsernes Meer das mit Feuer gemischt ist müssen sich das Lied des Mose anhören. Das Lied des Lammes ist ja im Lied des Mose enthalten, das heisst nichts anderes als dass Jahshua aus der Kraft und dem Geist der Thora überwunden hat (vgl. Mt 4,1ff; Mk 12,29-33; Mt 5, 18-19 u.v.a.m.). Sie müssen sich beugen vor der Einzigartigkeit Jahwehs, seiner Allmacht, seiner Grösse, seinen wunderbaren Heils- und Erlösungswerken, sie werden seine gerechten und wahren Wege erkennen. Das sind gewaltige Zeiten. Sie stehen! Das will besagen, dass sie diesen Menschen das Wesen und die Wege Jahwehs, wie sie im Lied des Mose enthalten sind, aufschliessen und sie anhand der gesprochenen Gerichtsurteile hinführen zu Jahweh bis auch sie ihre Knie beugen werden und mit ihrer Zunge vom Feuer der gerechten Liebe Jahwehs geheiligt ihrem Schöpfer die ungeteilte Anbetung und Ehre entgegenbringen werden.

In der tiefen Freude über dieses bleibende Evangelium: „Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5), grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen tiefsinnigen Shabbat mit dem Shalom Jahwehs.

Gregor Dalliard