„Und seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Erde staunte hinter dem Tier her.. Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an“ (Offb 13,3.8). Teil 8

Glaubensimpuls 90

Im Gim 83 schrieb ich davon, dass unter dem Begriff Babylon jene Geisteshaltung gemeint ist, die Jahweh unserem Schöpfer nicht die alleinige und ungeteilte Anbetung (das uneingeschränkte Vertrauen, die verbindliche Gemeinschaft) zukommen lässt. Darum geht es in der Offenbarung um die entscheidende Aufforderung unseres himmlischen Vaters überall dort hinaus zu gehen wo ihm diese ungeteilte Hingabe nicht zuteil wird. Das ist die zentrale Botschaft der Offenbarung an Jochanan (Johannes) und sie deckt sich mit der Forderung aller Propheten Jahwehs, durch die Jahweh ehemals zu den Vätern gesprochen hat (vgl. Hebr 1,1-2).

Diese Aufforderung stellt natürlich die Glaubenspraxis vieler Menschen der Kirche die an drei Göttern, an Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist glauben, auf den Kopf. Da aber der Grossteil der Kirchgänger der kirchlichen Philosophie mehr vertraut als dem Wort des Schöpfers unseres Lebens stellt das für sie auch kein Problem dar.

Im Gim 86 habe ich von dem berühmten Priesterkönig Attalus III. von Pergamon geschrieben, der als Pontifex Maximus, Oberster Brückenbauer, in der Geisteslinie des Nimrod (Turmbau zu Babel), seine Macht dem römischen Kaiser übertrug, der diese Macht seinerseits im 4. Jh. definitiv dem Bischof von Rom (Papst) übertrug. Von dieser babylonischen Linie (Weltkirche) aus wird jede Anbetung der Welt koordiniert. Wir denken an das erste weltumspannende interreligiöse Gebetstreffen aller religiösen Führer  vom 27. 10. 1986 in Assisi. Ein solches weltumspannendes religiöses Treffen hat es seit Nimrod in Babel nicht mehr gegeben. Dieses Treffen war der neuzeitliche Auftakt hin zur Erfüllung dessen was uns die Propheten, vor allem Daniel, im Namen Jahwehs vorhersagten und was die Offenbarung an Jochanan über die Linie des römischen Kaisertum, das im Papstum weiter existiert, bezeugt.

Das Treffen in Assisi und die nachfolgenden Treffen sind und bleiben für die Religionsführer ein Muss. Nehmen sie hier an dieser Form von Anbetung nicht teil werden sie von der höchsten religiösen und politischen Führung des Vatikans über die religiösen und politischen Kanäle (Nuntiaturen) als gesellschaftsunfähige Elemente systematisch diffamiert und als Menschen, wo immer möglich, ausgegrenzt. Dabei wird nicht unterschieden zwischen bibeltreuen toleranten Menschen, die mündig und unabhängig von einer Kirche oder einer religiösen Institution in Freiheit und Treue zu Jahweh leben möchten und asozialen radikalen Islamisten, kriegerischen buddhistischen Mönchen (s. Aufruf der Mönche Birmas zu Gewalt gegen den Islam, Mai 2013) und anderen zerstörerischen Menschen. Ebenso werden friedlich lebende Freidenker diskriminiert, die aus irgend einem Grund den Weg der religiösen Unabhängigkeit gewählt haben. Bedenken wir dabei immer wieder, dass der Vatikan ein völkerrechtlich anerkanntes politisches  Staatswesen ist, ausgestattet mit allen politischen Rechten, die ein Staat haben darf und einsetzten kann. Durch die Präsenz von Bischöfen und Nuntiaturen, die gleichsam als Vertreter eines fremden Staates, des Staates Vatikan, überall in andern Staaten sitzen, besitzt der Papst ein einzigartiges Vorrecht vor allen andern Staaten der Welt. Die Bischöfe müssen immer die politischen Interessen des Vatikans vertreten. Damit ist sein Einfluss auf die Politik der jeweiligen Staaten unberechenbar.

Die Grundbotschaft an der Weltkonferenz für die Religionen im Vatikan lautete am 02. 11. 1994: „Die Welt heilen; Religionen für den Frieden“. Ausgeschlossen von diesem Treffen war das bleibende prophetische Wort des Schöpfers und Erlösers dieser Erde und damit Jahweh selbst und mit ihm auch die Propheten Jahwehs, Jahshua und die Apostel, obwohl man in den christlichen Führungsetagen vorgab und vorgibt in deren Namen zu planen und zu reden. Wie sollen bloss jahwehlose Religionen, ohne Gehorsam dem Schöpfer des Lebens gegenüber, die Welt heilen wollen? Was dabei herauskommen kann, das zeigt uns die Offenbarung an Jochanan auf und die damit verbundenen geschichtlichen Abläufe. Sie  bestätigen uns das prophetische Wort Jahwehs.

Denken wir an die Beerdigung von Papst Johannes-Paul II. zurück. Buchstäblich staunte die ganze Erde hinter dem Tier her. Alle Welt war vertreten, sowohl die religöse als auch die politische, wirtschaftliche, sportliche und alle andern. US-Präsident George Bush (Methodist) hatte 2001 den Papst als „die höchste moralische Autorität der Welt“ bezeichnet. Der Kreis schliesst sich in dieser Zeit. Die Zeichen sind gesetzt und es sind dieselben wie zur Zeit Nimrods. Vergleichen wir das erste Buch der Bibel mit der Offenbarung des Jochanan. Dazwischen liegen rund 1 300 Jahre.  Die Absicht ist heute wie damals dieselbe – sich von dem Schöpfer unseres Lebens zu entfernen, sich seiner zu bemächtigen und sich schliesslich seiner und seiner Ordnungen und Rechtsbestimmungen, die ein gesundes Zusammenleben erst ermöglichen, zu entledigen. Des Menschen Gesetz wird verbindlich zum Massstab aller Dinge gemacht. Darum heisst es erstens: „Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache (Lippe)“ (1Mo 11,1). Alles war durch eine Sprache vereinheitlicht um die Menschen besser beherrschen zu können.  Darum sollte zweitens eine Stadt gebaut werden, dessen Spitze bis an den Himmel reichen sollte (vgl. 1Mo 11,4). Das will besagen, dass Nimrod die ganze damalige Welt auch wirtschaftlich – und in jedem Bereich des Lebens – im Auge behalten  wollte, d.h. er wollte die Völker ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und damit ihrer Selbstenfaltung berauben. Damit sollten sie alle an der Beziehungslosigkeit zu Jahweh mitarbeiten und Jahweh in die Vergessenheit bringen, denn Nimrod wollte Jahwehs Platz einnehmen.

Die Offenbarung an Jochanan spricht vom Ende dieses Zeitalters (Äon). Sie spricht von denselben Ereignissen und Zeichen die zur Zeit Nimrods die Menschen beherrschten. Sie spricht von unserer modernen Welt. Erstens sind da die interreligiösen Treffen und die Ökumene. Wie ich oben schrieb folgen dem Führer dieser Bestrebungen alle namhaften Führer aus der religiösen und politischen Welt (vgl. Offb 13,8). Die Welt sammelt sich in immer grösser werdenden religiösen, wirtschaftlichen  und politischen Organisationen und Parteien. Die zahllosen technischen und medialen Vernetzungen die Fusionen von Gross- und Kleinunternehemn nehmen in allen Bereichen des menschlichen Lebens gigantische Ausmasse an. Die völlige Überwachung der wirtschaftlichen Belange wird auch eine völlige Kontrolle des Kaufens und Verkaufens mit sich bringen (Offb 13,17). Ein wirtschaftliches Chaos (Kettenreaktion) und damit eine nie da gewesene globale Ausweglosigkeit wird die Führer dieser Welt erst recht in die Arme des Tieres (Papstes, bzw. des Vatikans) treiben, der seine neue antimessianische und damit antijüdische  Weltordnung entfalten wird. „Diese haben (politisch) einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier“ (Offb 17,13).

Der Anspruch des Vatikans in der Enzyklika „Pacem in terris“ (Der Friede auf Erden) von Papst Johannes XXIII. am 1. Januar 2003 veröffentlicht, finden wir also in der Offenbarung an Jochanan vorgezeichnet und bestätigt. In dieser Botschaft an die Welt spricht der Vatikan von „einer anzustrebenden universalen öffentlichen Gewalt, die von allen anerkannt, sich über den ganzen Erdkreis erstreben soll“ (Pac. i. t., Art. 136). Doch bevor der antimessianische Führer alle Menschen, selbst die letzten Menschen seines auserwählten Volkes, in die völlige Jahwehlosigkeit  geführt haben wird, wird Jahweh durch die Ankunft des Mashiach dem Ganzen ein Ende setzen und die unfassbare Wende wird einesetzen. So muss geschehen, was nach Jahwehs Gerechtigkeit als Gericht über diese Erde kommen muss. Darum lasst uns wachsam bleiben und nicht wie die betörte, unwissende und ahnungslose Weltmasse hinter dem Tier herstaunen und es anbeten, d.h.von ihm beeindruckt sein, wie das Massen von Menschen in Bezug auf den jetzigen Papst tun – vor allem Nichtkatholiken!

Mit dem Wort aus Psalm 119,105 wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat: „Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad“. Shabbat Shalom!

Gregor Dalliard