“Alle meine Quellen sind in dir!” Ps 87,7.Teil 7

Glaubensimpuls 308

Wir beendeten den letzten Gim 307 mit dem wunderbaren prophetischen Freudenruf des Psalmisten, der darin mit der Verheissung aller Propheten JaHuWaHs übereinstimmt: “JaHuWaH (HERR) ist König! Es frohlocke die Erde!” (Ps 97,1). In den Psalmen, überhaupt im ganzen prophetischen Wort, wird die kommende Königsherrschaft JaHuWaHs – auch auf der Erde – immer wieder genannt und gepriesen (Ps 47,3.8; 93,1; 96,10; 98,6; 99,1; 146,10). Das ist die Kernbotschaft des bleibenden prophetischen Wortes, d.h. der ganzen Bibel. Es wird sich das Gebet erfüllen, auf dem der Rabbi und Pharisäer Jahushua von Nazareth sein ganzes Gewicht legte, wie alle Propheten, Gerechte und Pharisäer Israels das taten und tun (vgl. Mt 6,9-10). Dieser Freudenruf geht uns durch Mark und Bein, umso mehr da gegenwärtig die Welt wieder einmal im argen liegt. JaHuWaH wird von den Propheten Friedensfürst genannt. Wie könnte es denn anders sein!

Er schafft den Frieden in unseren Herzen und wir dürfen, jeder Einzelne von uns, zum Aufbau seines Willens, seines Reiches beitragen. Das ist so, selbst wenn unser Leben, von wem auch immer, als unscheinbar wahrgenommen oder beurteilt wird. Lasst mich wiederholen! Viele verzweifelte Juden, die unter dem grausamen Joch der Römer zutiefst gedemütigt waren, wollten Jahushua von Nazareth zum König der Juden, zum Messias-König, ausrufen, denn er hatte offenbar das “Zeug” dazu. Er aber widersprach ihnen, indem er unzweideutig auf das prophetische Wort hinwies (vgl. Mt 5,17-19). Das geht buchstäblich unter die Haut!

Der Prophet Jeshajahu (Jesajas) zeichnete den Menschen seiner Zeit schwerste kommende Gerichte auf: die babylonische Eroberung, Deportation, Zerstörung des Tempels u.a.m. Nur ein kleiner Überrest würde bleiben. Er sprach aber auch vom Weg und Wesen des kommenden Friedensprozesses und Friedensreiches. Wir kennen die wunderbare prophetische Verheissung Jeshajahus in Kapitel 2,2-5. In seiner prophetischen Schau, im Kapitel 9,1-6, lässt Jeshajahu das wunderbare künftige Friedenswerk JaHuWaHs neu aufleuchten. Dabei nimmt er das Königtum Davids als Brücke, als Hilfe zum Verständnis dessen was er zu sagen hat. Als einige Zeit später das Königtum Davids zu Ende ging war der Überrest des Volkes am Boden zerstört. Es war fassungslos, weil es der festen Überzeugung war, dass die davidische Königsherrschaft nie zu Ende gehen würde (vgl. 1Chr 17,11-14; Ps 89,5 u.a.m). Es gab doch so viele Verheissungen von JaHuWaH, die vom ewigen Bestand des davidischen Königtums sprachen – und nun war es von einem Tag auf den anderen verschwunden, weg, zunichte gemacht. Der Psalm 89 gibt diesen tiefen Schmerz wieder.

Dass JaHuWaH mit seinen Verheissungen über das immerwährende Königtum Davids nicht eine bleibende irdische Königsherrschaft meinte, auch nicht einen Messias-König, der hier auf Erden ein Friedensreich aufbauen würde, wie viele Christen und Juden irrtümlich lehren, hat er ja gerade darin gezeigt und bestätigt, indem er das israelitisch-jüdische Königtum wieder verschwinden liess und zwar endgültig. Der Bund den JaHuWaH mit David schloss (vgl. 89,4) , muss im Bund mit Abraham verstanden und ausgelegt werden – und zwar untrennbar. Dieser schliesst auf die Dauer einen König, einen Messias-König, aus. Darum müssen alle Verheissungen über den bleibenden Thron Davids im prophetisch-biblischen Zusammenhang verstanden werden, d.h. im Bund mit Abraham und aus dem Bund mit Abraham. Das auserwählte Volk ist das Königtum, das Messias-Königtum JaHuWaHs. Alles andere ist sinn- und zwecklos.

Das bestätigt uns Daniel: “Aber die Heiligen des Höchsten (das auserwählte Volk) werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten” (Dan 7,18). “Und sie werden den Nationen nicht mehr zum Raub werden” (Hes 34,28). “Und das Reich und die Herrschaft und die Grösse der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen” (Dan 7,27). Es wird nie durch das Christentum ersetzt werden können, denn JaHuWaH bleibt seinem Bund, seinem Volk und seinen Verheissungen treu, selbst wenn es in allem fehlen würde! Daran gibt es vom prophetischen Wort her gar nichts zu rütteln.

“Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der wird sie weiden: meinen Knecht David, der wird sie weiden, und der wird ihr Hirte sein” (Hes 43,23). David ist das Sinnbild durch das uns aufgezeigt wird, dass es eine Zeit sein wird die der Königszeit Davids im Umgang mit JaHuWaH sehr ähnlich sein wird: Unter David lebten die zwölf Stämme ungeteilt miteinander. David leitete und hütete das Volk ungeteilt in den Wegen JaHuWaHs. Alle orientierten sich durch David ungeteilt an JaHuWaH. David kehrte ungeteilt zu JaHuWaH um, als er versagt hatte und vom Wort der Propheten zur Umkehr aufgefordert worden war. Er vollzog eine ungeteilte öffentliche Umkehr, die ihn fast sein Leben und sein Königtum gekostet hatte. Er riskierte zur Wiederherstellung der Ehre JaHuWaHs alles. Wir könnten noch Manches aufzeigen. Eine solche Zeit, in der alle zwölf Stämme ungeteilt zusammen waren und sich das auserwählte Volk ungeteilt auf JaHuWaH ausrichtete gab es nie wieder in Israel.

Das davidische Königtum wird es nie wieder geben, weil JaHuWaH König ist und darum auch nie einen König wollte und für notwendig hielt, denn die Erwählung Israels hat nichts mit einem irdischen Königtum, dessen Aufbau und Erhalt zu tun. Seine Erwählung besteht darin alle Menschen ungeteilt in die Ordnungen des Lebens, in die Rechtsbestimmungen JaHuWaHs, zu führen. Das ist mehr als der Aufbau und Erhalt eines irdischen Königtums. Jeshajahu aber richtet den gebrochenen Überrest wieder auf, indem er mit dem Bild, der Metapher, eines kommenden Friedensfürsten auf dem Thron Davids anknüpft. Warum das? Das zerschlagene, so sehr ausgebeutete und verzweifelte Volk brauchte eine Brücke zum Königtum JaHuWaHs.

Darum die tiefen Worte des Propheten Jeshajahu (vgl. Jes 9,1-6). Brachte JaHuWaH die Wende und das Ende nach einer schweren Gerichtszeit und einen Neubeginn, der Beginn einer neuen Zeit, dann verglichen die Propheten dies gerne mit der Geburt eines Kindes, mit einer bevorstehenden Geburt. Aus dem ganzen biblischen Zusammenhang wird uns klar was in Jes 9,5-6 mit dem Kind gemeint ist, ebenso mit den Worten: “..und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Erlöser (Gott), Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Gross ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer JaHuWaHs der Heerscharen wird dies tun”

Das ist ein ergreifendes Bild, eine ergreifende Metapher. Jeder am Boden zerstörte konnte sich darunter etwas sehr Klares vorstellen. Bleibt jemand am Bild, am Vergleich, an der Metapher hängen und legt dieses prophetische Wort auf einen Menschen oder einen Gottmenschen aus, dann verwirft er unweigerlich den Willen JaHuWaHs. Wir erinnern uns an die Antwort JaHuWaHs an den Propheten Shmuel, als viele Älteste Israels einen irdischen König, irdischen Heilsbringer, einen Messias-König forderten: “JaHuWaH (der HERR) aber sprach zu Shmuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll (1Sam 8,7).

Wir wissen inzwischen, dass der Friede allein von JaHuWaH ausgeht und nur in JaHuWaH kein Ende haben wird (vgl. Jes 2,2-4). Er schafft, er wirkt in den Menschenherzen Friede, indem sich ein Volk nach dem andern den Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs anschliessen wird. Das Vertrauen (Glaube) Abrahams auf JaHuWaH ist das biblisch-prophetische Beispiel. Das Vertrauen auf JaHuWaH ist der Weg der aus dem Chaos, dem frommen Sklavendienst, der in den persönlichen inneren Frieden führt, den jedes Menschenleben so nötig hat. So war es bei Abraham. Dieser Friede der nur in JaHuWaH zu finden ist, dem König der uns geschaffen hat, bekennen die Propheten, denn JaHuWaH (der HERR) wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH (der HERR) einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,9).

Alle Propheten der Bibel berufen sich darauf. Darum ist JaHuWaH und wird JaHuWaH der Friedensfürst genannt. Nach dem Zeugnis der Propheten wird er es immer sein und bleiben. In IHM war Abraham gerechtfertigt. Es gibt gemäss dem Zeugnis der Propheten keine andere Rechtfertigung vor JaHuWaH. Jede andere Rechtfertigung bezeichnen sie als Götzendienst, als Sklavendienst. Uns zum Schutz und Wohlergehen sagt JaHuWaH: “.. und meine Ehre gebe ich keinem andern” 48,11b). Also auch keinem kommenden Messias-König den bestimmte jüdische Kreise erwarten, auch nicht dem Messias-Gott der Christen, keiner zweiten Gott-Person der Christen, die sie Jesus nennen. Auch keinem Jesus von dem sie glauben, dass er die Christen entrücken wird. Nocheinmal: “.. und meine Ehre gebe ich keinem andern” (Jes 48,11b).

In herzlicher Verbundenheit grüsse ich alle und wünsche allen einen gesegneten Shabbat, der passt. Shalom!

Gregor Dalliard