“Alle meine Quellen sind in dir!” Ps 87,7

Glaubensimpuls 307

Eine erste grosse Katastrophe, die das Königtum über Israel brachte war die Teilung des Volkes in zwei Reiche mit je einem König. Diese Teilung war durch den König Shlomo (Salomon) heraufbeschworen worden. Im Unterschied zu König David führte er das Volk in den Abfall von JaHuWaH. Er betete sowohl zu JaHuWaH als auch zu den Göttern seiner vielen ausländischen Frauen. Damit verliess er die Heilsquellen, die JaHuWaH dem auserwählten Volke gegeben hatte. Was König Shlomo hervorbrachte war, ist und bleibt Tohuwabohu, d.h. die Vermischung der Heilsoffenbarung JaHuWaHs mit den heidnischen Religionen. Das mag rein äusserlich als sehr positiv bewertet werden, doch am Ende des Tages wird nichts anderes als Tohuwabohu heraus kommen.

Heute wird diese Vermischung, ganz salopp gesagt, Ökumene oder interreligiöser Austausch und Gebetsgemeinschaft genannt. Sie wird, wie zur Zeit des Kaisers Konstantin, als etwas Versöhnendes unter den Menschen und Religionen dargestellt, vermittelt und empfunden. Dahinter verbirgt sich aber – später auch bei Kaiser Konstantin – ein anderes Motiv, eine andere Überlegung: Die Politik kommt offenbar nur mit “versöhnten” Religionen zum Ziel. Nur so kann eine Welt geschaffen und vermittelt werden die zumindest äusserlich als stabil und friedvoll wahrgenommen wird.

Das aber ist das Gegenteil dessen, was uns das biblisch-prophetische Wort offenbart: Der Friede unter den Völkern wird dann zustandekommen, wenn sich die Regierungen und Völker entschieden zu dem einzigen wahren König JaHuWaH und zu seinen Lebensordnungen aufmachen werden, indem sie sich aber gleichzeitig von allem Heidentum und seinen Forderungen, d.h. von allen Religionen und Königen der modernen Zeit und ihren Forderungen, verabschieden werden. In jeder Religion mag manch Gutes und Menschliches enthalten sein. Es ist vor allem durch den Einfluss der Juden, die in alle Erdteile dieser Welt zerstreut worden waren, in sie eingedrungen. Die Vermischung von beidem aber vergiftet das wesentlich Gute und Fortschrittliche auf die Dauer. Die Religionen, allen voran die christliche, haben im Laufe der letzten 1‘600 Jahre durch zahllose Kriege unsägliches Leid über die Menschheit gebracht. Sie haben sich damit als unbrauchbar erwiesen (vgl. Jes 2,2ff; 66,22-23; Sach 8,21-23; 14,16 u.a.m.)

Etwas Ähnliches – wie bei Shlomo – finden wir heute im Verhalten vieler sogenannter Messianischer Juden oder Freunde und Unterstützer Israels und der Juden. Auf der einen Seite geben sie vor JaHuWaH und sein Wort im TaNaCH zu lieben, einige bezeichnen sich sogar als Juden. Sie halten die Bibel (den TaNaCH) für inspiriert und verbindlich, zitieren gerne daraus. Sie tun das aufrichtig und überzeugt. Auf der anderen Seite halten sie sich an die “Bibel” der Kirchengründer, an das sogenannte “Neue Testament”. Sie halten diese Schriften für durchgehend inspiriert weil sie der verkehrten Auslegung der Kirchenväter mehr glauben als der Bibel selbst, d.h. dem prophetischen Wort. Damit pervertieren sie das gesamte biblisch-prophetische Wort das dem “NT” vollkommen widerspricht. Die gesamte christliche Erlösungslehre widerspricht dem prophetischen Wort. Entscheidungen stehen an und sie müssen getroffen werden!

Mit ihrem Glauben an die Erlösung der Menschheit durch das Blut eines Jesus-Gottes, verwerfen sie aber den Glauben Abrahams, auf dem der ganze TaNaCH steht und aufgebaut ist. Damit verhindern sie das Wachstum vieler Menschen hinein in das prophetische Wort, hinein in den Glauben Abrahams, hinein in die Anbetung JaHuWaHs, von der übrigens Jahushua von Nazareth lehrte: “Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir (Juden) beten an, was wir kennen, denn das Heil ist bei (aus) den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche als seine Anbeter. JaHuWaH (Gott) ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten” (Joh 4,22-24).

Im Glauben Abrahams ist die Erlösung (die Rechtfertigung vor JaHuWaH) jedes einzelnen Menschen begründet. Er führt zu den Quellen des Lebens und damit zur Entfaltung des Lebens. Wie sollte Menschenblut, oder das Blut einer Mensch gewordenen Gottheit einen Menschen retten und vor JaHuWaH gerecht machen, rechtfertigen. So etwas Absurdes hat nie ein Prophet gelehrt. Ich habe diese Tatsache erst spät, vor wenigen Jahren, erkennen müssen, dürfen – durch ein intensives Bibelstudium. Wie schon oft gesagt, entstand diese primitive Blutopfer-Theologie durch verwegene religiös besessene Kirchengründer.

Das ist pures Heidentum. Perfekt ist diese Blutopfer-Theologie philosophisch und ideologisch aufgepäppelt. Als ein eindrucksvolles religiös-geheimnisvolles Scheingebäude stellt sie sich den Menschenmassen zur Schau. In ihren geheimnisvollen mystisch vorgespielten Zeremonien und Riten, in zahllosen frommen Wortspielen präsentiert sie sich als eine Einrichtung ohne die niemand das Heil erlangen kann. Als Beispiel sei nur auf den Sinn und das Ritual der Säuglingstaufe verwiesen. Gekonnt wird diese verführerische Ideologie, in fromm verpackter Weise, den Menschenmassen eingeimpft. Dabei geht es nur um ein Mittel mehr, den Machterhalt des religiösen Systems, eines scheinheiligen Königtums, in dieser Welt aufrechtzuerhalten!

Von Paulus ausgehend, über Melito von Sardes, Justin den Märtyrer, um nur einige zu nennen, über die beiden ersten Kirchenkonzilien, bis hin zum Papst Damasus und dem Kirchenvater Hieronymus, erhielt diese abstruse Erlösungstheologie im 4. Jh ihre endgültige Ausformung. Jeder aufrichtige Bibelleser müsste nach Jahren des Bibelstudiums auf diese Tatsachen stossen, umso mehr – wie schon öfters gesagt – die Texte der Kirchengründer, die zur Ausformung der christlichen Heilslehre, d.h. des christlichen Messias-Königtums führten, heute allen Menschen zugänglich gemacht sind.

Zurück zum Königtum Israels. Nun, König Shlomo bekannte sich zu JaHuWaH, baute ihm einen wunderschönen Tempel, diente ihm, sprach bei der Einweihung des Tempels zu Herzen gehende prophetische Worte, aber ebenso tat er es auch mit den heidnischen Göttern seiner vielen Frauen. Mit Hingabe bekamen diese Götter Platz in Israel und mit ebensolcher Hingabe wurde ihren Forderungen entsprochen (vgl. 1Kö 3,1-3; 11,1-8). “Da wurde JaHuWaH (der HERR) zornig über Shlomo, weil er sein Herz von JaHuWaH, dem Erlöser (Gott) Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm in dieser Sache geboten hatte, nicht anderen Göttern nachzufolgen. Aber er hatte nicht beachtet, was JaHuWaH ihm geboten hatte. Da sprach JaHuWaH zu Shlomo: Weil dir dies bewusst war und du meinen Bund nicht beachtet hast und meine Ordnungen, die ich dir geboten habe, werde ich das Königreich ganz bestimmt von dir wegreissen und es einem Knecht von dir geben” (1Kö11,9-11). Doch JaHuWaH verlässt sein Volk nicht – nie!

Immer dann, wenn mächtige und einflussreiche Oberste viele von dem auserwählten Volk zum Abfall von JaHuWaHs Ordnungen und Rechtsbestimmungen brachten, ermahnte er sie durch seine Propheten und zwar in sehr unterschiedlichen Weisen. Die Propheten ertrugen deswegen viel Widerstand und Leid. Sie wurden geschlagen, gefoltert, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, manche fanden dabei den Tod. Im Buch des Propheten Jeshajahu (Jesaja) sind uns die Leiden der Propheten in der Form des Hymnus vom leidenden Knecht JaHuWaHs (dem Gottesknecht) eindrucksvoll aufgezeigt und erhalten (vgl. die Kapitel Jes 52,13-15 und 53). Dort werden sie dargestellt als “ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut” (vgl. Jes 53,3).

Hörten die Obersten nicht auf die Propheten, liess JaHuWaH sie ihre Wege gehen, doch blieb er ihnen, gemäss des Bundes mit Abraham, immer treu. JaHuWaH sah die Leiden seines auserwählten Volkes, vor allem die seiner Propheten. Also half er dem auserwählten Volk selbst dann, wenn sie stur und verwegen eigensinnige Wege gingen, selbst dann als sie einen König wollten. Er passte sich gleichsam mit Rat und Tat der neuen Situation an und gab sie, selbst unter der Herrschaft der schlimmsten Könige, nicht auf. “Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir meine Güte bewahrt” (Jer 31,3). Das kann JaHuWaH, denn das grosse Ziel für die ganze Menschheit: Sein Königtum! Das würden sie nie auslöschen und zunichte machen können. “Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht JaHuWaH (der HERR), dein Erbarmer” (Jes 54,10). Das ist schier unfassbar!! JaHuWaH passte sich gleichsam der neuen Situation an, gleichsam wohlwissend, dass er sein Ziel erreichen würde. Dafür bürgte die Verheissung an Abraham und das laufende Zeugnis der Propheten, wie z.B. Sach 14,9; Ps 47,3; 93,1; 95,3; 97,1; 99,1; Jes 54,5; Mal 1,14 u.a.m. So halfen die Propheten dem auserwählten Volk immer wieder zurück auf den Wegen JaHuWaHs.

JaHuWaH (der HERR) ist König! Es frohlocke die Erde! Es sollen sich freuen die vielen Inseln!.. Die Himmel verkündeten seine Gerechtigkeit, und alle Völker sahen seine Herrlichkeit.. Zion hörte es und freute sich, und es frohlockten die Töchter Judas wegen deiner Gerichte, JaHuWaH (HERR). Denn du, JaHuWaH (HERR), bist der Höchste über die ganze Erde. Du bist sehr erhaben über alle Götter” (Ps 97,1.2b.8-9)

Herzlich grüsse ich alle Leser und bitte gleichzeitig um Entschuldigung, dass ich auf die eingegangenen Reaktionen nicht so schnell zu antworten vermag. Einen gesegneten Shabbat und Shalom!

Gregor Dalliard