“Alle meine Quellen sind in dir" Ps 87,7. Teil 11

Glaubensimpuls 312

Wir halten fest: Ohne die Gnade JaHuWaHs gäbe es überhaupt kein Leben. Nicht nur das. Ohne JaHuWaH wäre das Leben sinnlos, es gäbe überhaupt keinen Sinn im Leben. Die Barbarei wäre das einzig sinnvolle Verhalten! Mitmenschen ausbeuten, berauben, zu Sklaven machen u.a.m. würde zur Tagesordnung gehören. Ohne die Führung JaHuWaHs, ohne seine Rechtsnormen und Weisungen versinkt der Mensch in erschreckende Abgründe. Wo die Sünde gegen den Nächsten begangen wird, also gegen die Menschlichkeit oder gegen die soziale Gerechtigkeit, greift JaHuWaH äusserst drastisch ein. Das ist die Wunde, die immer wieder aufzubrechen droht, in jeder Generation, in jedem menschlichen Zusammenleben. Durch dieses Verhalten wurden zur Zeit des Propheten Jeshajahu im auserwählten Volk tiefe Wunden geschlagen. Er musste seinen Finger auf diese Wunde legen. Denn jede soziale Ungerechtigkeit, jede Unmenschlichkeit entstellt das Angesicht JaHuWaHs, der jeden Menschen nach seinem Bild geschaffen hat.

Um solche Tendenzen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und jede Art von sozialer Ungerechtigkeit innerhalb des auserwählten Volkes frühzeitig zu unterbinden, hatte JaHuWaH seine Stimme mächtig erhoben – durch seine Propheten: “Darum habe ich durch die Propheten dreingeschlagen, habe sie “erschlagen” durch die Worte meines Mundes; und mein Recht geht hervor wie das Licht. Denn an Güte (Liebe) habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern, und an der Erkenntnis JaHuWaHHs mehr als an Brandopfern” (Hos 6,5-6).

Die Worte in Jes 1,10-17 müssen jedem Leser unter die Haut gehen, vor allem die Kernaussage in den Versen 15-17: “Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht: eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht! Schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe!” Wird das Recht JaHuWaHs gegenüber dem Nächsten nicht gelebt, konnte das die Verbannung aus dem Lande haben, was dann tatsächlich geschehen ist.

Diese Botschaft der absoluten Gerechtigkeit dem Nächsten gegenüber durchzieht das Leben aller Propheten, ja, der ganzen Bibel. Sie ist identisch mit der Liebe zu JaHuWaH. Nicht umsonst bezeugte Jahushua von Nazareth, zusammen mit den Schriftgelehrten, Rabbinern, bzw. Pharisäern: “Das erste ist: Höre, Israel: JaHuWaH, unser Erlöser (Gott), ist einzig (allein Herr); und du sollst JaHuWaH, deinen Retter (Gott), lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft. Das zweite ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Grösser als diese ist kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Rabbi, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist einer, und es ist kein anderer ausser ihm; und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben weil er ist wie ich (wie sich selbst), ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer” (Mk 12,29-32).

Es ist darum äusserst beschämend, dass die Christen Jahushua von Nazareth die Gefolgschaft total verweigern. Sie meinen das eine vom anderen trennen zu dürfen. Sie meinen die Liebe zu dem Nächsten könne von JaHuWaH getrennt werden, der Glaube Abrahams könne von JaHuWaH und seinen Weisungen getrennt werden. Von den Kirchenvätern, Paulus und anderen blind gemacht, lehren und vertreten sie das völlige Gegenteil von dem was auch Jahushua als Schriftgelehrter, zusammen mit allen jüdischen Schriftgelehrten, Gerechten und Propheten lehrte. Er bezeugte das “Shma Israel” als unantastbar, als zu JaHuWaH und Abrahams Glauben gehörig. Überall wo er hinkam bezeugte und lehrte er unerschrocken das “Shma Israel”.

Die grosse blutende Wunde: Betrachten wir die Führung des Christentums in den letzten bald zweitausend Jahren. Wir kommen nicht darum herum uns damit zu beschäftigen, wollen wir weiterkommen. Die ersten Jahrhunderte waren grauenvoll. Verbrechen untereinander, unter den Bischöfen und später den Päpsten, nahmen erschütternde Ausmasse an, sie gehörten zur Tagesordnung. Völker wurden von den christlichen Führern ausgerottet, massakriert und zu Sklaven der Kirche gemacht. Die Armut und das Elend wurde vom christlichen Geist buchstäblich gezüchtet und systematisch aufrechterhalten. Bis heute gilt das Sprichwort in Lateinamerika: “Der Priester sagt zum Politiker: Halt du sie arm, ich halte sie dumm!”

So ging das weiter durch das ganze finstere Mittelalter bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Paulus hatte ja gepredigt, dass die Weisungen des Schöpfers (das Gesetz) nicht mehr gelten, denn der zu einer Gottheit gemachte Rabbi von Nazareth hätte die Weisungen JaHuWaHs aufgehoben. “Denn Christus ist des Gesetzes (der Thora, Propheten und Schriften = TaNaCH) Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit” (Röm 10,4). Jedem Jesus-Gläubigen wird die Sünde nicht mehr angerechnet! Schnell wird der Mensch zu einem unberechenbaren Raubtier. Paulus und seine Mitbegründer brachten mit ihren unvorstellbaren Irrtümern, mit ihrer abgrundtiefen finsteren Rebellion gegen JaHuWaH und seine Rechtsordnungen unsägliches Elend über unsere Länder. Umso mehr freuen wir uns heute über die Quellen JaHuWaHs. An diesen Quellen wünsche ich allen tiefe Freude und den inneren Frieden.

Gregor Dalliard