“Alle meine Quellen sind in dir!” Ps 87,7. Teil 2

Glaubensimpuls 303

Wird ein Kind geboren braucht es die Hilfe des anderen, sonst stirbt es. Nicht nur ein Säugling stirbt ohne Hilfe des Menschen, auch ein Kleinkind oder ein einsamer Kranker oder ein alter gebrechlicher Mensch. Es gibt eine Kette von Gründen, warum Menschen ohne Hilfe anderer Menschen sterben können. Grundsätzlich lehrt uns das Leben des Schöpfers JaHuWaH: Jeder Mensch ist vom Schöpfer JaHuWaH auf andere Menschen hin geschaffen. Die Basis aber, dass es überhaupt Menschenleben gibt und neues Menschenleben geben kann, sind Mann und Frau. “Und JaHuWaH (Gott) schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild JaHuWaHs (Gottes) schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie (1Mo 1,27)

Das ist die Urgemeinschaft aus der ein Menschenleben kommt. Darum sagte JaHuWaH: “Und JaHuWaH, der Schöpfer (Gott, der HERR), sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.” (2Mo18). Zu dieser Lebensgemeinschaft sprach er: “Ihr nun, seid fruchtbar, und vermehrt euch, wimmelt auf der Erde, und vermehrt euch auf ihr!” (1Mo 9,7). Mit seinen Weisungen lehrt uns JaHuWaH – über das auserwählte Volk – zu jedem einzelnen Leben höchste Sorge zu tragen, weil jeder Mensch ein Abbild JaHuWaHs ist, d.h. jeder Mensch trägt Eigenschaften und Fähigkeiten JaHuWaHs in sich. Sie sind zur Selbstentfaltung und zum Dienst am Nächsten gegeben. Diese Weisung gehört zur Quelle des Lebens, strömt aus der Quelle des Lebens – JaHuWaH. Das ist einfach wunderbar und richtet jeden auf, der aus der biblischen Lebensquelle schöpfen darf, zu dieser Lebensweisheit finden darf und sich immer wieder neu danach ausrichtet.

Zur Erinnerung sei gesagt: Wegen dieser Weisung (1Mo 9,7) JaHuWaHs durfte im israelitisch-jüdischen Volk niemand im Tempel oder in einer Synagoge lehren oder predigen, der nicht verheiratet war! Das galt als das Selbstverständlichste. Jahushua von Nazareth lehrte und predigte offenbar täglich im Tempel und auch in der Synagoge von Nazareth und anderswo, also musste er verheiratet gewesen sein. Wer nicht heiraten wollte galt als Mörder, wurde wie ein Mörder gemieden, weil er das Leben verhinderte und damit Eigenschaften und Fähigkeiten JaHuWaHs zunichte machte. Das war mit ein Grund, warum Männer mehrere Frauen haben durften. Es ging um die unbedingte Weitergabe der Eigenschaften und Fähigkeiten JaHuWaHs durch neues Leben. Mann und Frau gaben damit das Abbild, bzw. die Schöpfung JaHuWaHs, weiter.

Damit ist nichts gegen jene Menschen gesagt, die aus uns vielleicht unbekannten Gründen nicht geheiratet haben oder nicht heiraten oder aus uns unbekannten Gründen keine Kinder haben. Frauen die keine Kinder gebären konnten empfanden dies damals als schlimmste Schmach, waren aber von den Männern meistens trotzdem sehr geliebt – wegen ihrer anderer Gaben, die auch von JaHuWaH sind. Die Bibel bezeugt diese besondere Liebe von Männern zu ihren kinderlosen Frauen. Abraham schickte Sara nicht einfach weg, weil sie keine Kinder gebären konnte. Offenbar war sie eine befähigte Ratgeberin, eine Eigenschaft JaHuWaHs. Elkana tröstete seine kinderlose erste Frau Hanna mit ergreifenden Worten und Taten, denn sie segnete sein Leben mit anderen Eigenschaften. Schauen wir den Menschen in dieser Weise als Abbild JaHuWaHs an, dann werden wir jeden einzelnen Menschen ganz neu “anschauen”, vor allem jene Menschen, Mitmenschen, mit denen wir im Alltag unausweichlich zusammenleben. Wir werden in diesem Geiste immer wieder neu nach den guten Wegen des Zusammenlebens Ausschau halten und keinen Menschen aufgeben, es sei denn jemand will unsere Gemeinschaft nicht. Dann wollen wir das akzeptieren, aber ihn nicht aufgeben, weil JaHuWaH nie jemals einen Menschen aufgeben wird. Mit diesem Teil 2 zum Thema: “Alle meine Quellen sind in dir!” (Ps 87,7), möchte ich eine Brücke schlagen von Teil 1 zum nächsten Gim, Teil 3.

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und viel Lebenskraft aus den Quellen JaHuWaHs. Shalom!

Gregor Dalliard