“Alle meine Quellen sind in dir!” Ps 87,7. Teil 10

Glaubensimpuls 311

Der Prophet Jeshajahu vermittelt uns – mit dem was er hört und sieht – die unübertreffliche Grösse und Einzigartigkeit JaHuWaHs. Kein Mensch könnte aus der Lebensfülle, die JaHuWaH, unser Schöpfer ist und gibt, leben, vor ihm bestehen und mit ihm rechten, wenn nicht ausnahmslos jeder einzelne Mensch in seiner totalen Gnade eingetaucht wäre. Ausserhalb dieser Gnade existiert überhaupt nichts. Zu glauben, dass ausserhalb dieser Gnade etwas lebensfähig wäre, zeugt von grosser biblisch-prophetischer Unwissenheit, von religiöser Verführung und Verblendung (vgl. Ps 136; 139, überhaupt alle Psalmen). Wie uns die Propheten vermitteln, vor allem Jeshajahu, würde damit JaHuWaH seine unvorstellbare Grösse und Einzigartigkeit abgesprochen werden, und das von so kleinen Geschöpfen, wie die Menschen in den Augen JaHuWaHs sind.

Jeshajahu versucht mit brennenster Hingabe, mit allen Mitteln und Wegen, dem auserwählten Volk – und damit auch uns – die unermessliche Grösse JaHuWaHs vor Augen zu führen, die uns gerade wegen dieser einzigartigen Grösse mit seiner beständigen Gnade und seiner nicht zu fassenden Liebe umhüllt, wie das kein Menschenwesen oder Götterwesen zu tun vermag. Selbst die Gnade, Barmherzigkeit und Liebe aller Menschenleben dieser Erde zusammen reicht nicht annähernd an JaHuWaHs Gnade heran. Gerade diese unermessliche und einzigartige Grösse JaHuWaHs zieht seine Geschöpfe zur Verantwortung und das gemäss seiner Lebensweisungen, Rechtsbestimmungen und Ordnungen. Das eine schliesst das andere ein.

Darum fragt uns der Prophet, wer denn der Mitberater JaHuWaHs gewesen sei? “Wer hat den Geist JaHuWaHs (des HERRN) ermessen, und wer ist der Mann seines Rates, den er unterwiese? Mit wem beriet er sich, dass er ihm Einsicht gegeben und ihn belehrt hätte über den Pfad des Rechts und ihn Erkenntnis gelehrt und ihn über den Weg der Einsicht unterwiesen hätte? Siehe, Nationen gelten wie ein Tropfen am Eimer und wie Staub auf der Waagschale” (Jes 40,13-15). “So spricht JaHuWaH (der HERR), dein Erlöser und der dich vom Mutterleib an gebildet hat: Ich, JaHuWaH (der HERR), bin es, der alles wirkt, der die Himmel ausspannte, ich allein, der die Erde ausbreitete - wer war da bei mir? Ich bin es, der die Wunderzeichen der Orakelpriester platzen lässt und die Wahrsager zu Narren macht, der die Weisen zur Umkehr zwingt und ihr Wissen zur Torheit macht” (Jes 44,24-25).

Diese Vergleiche gehen zu Herzen. Seine Botschaft versetzte viele seiner Zuhörer in Staunen. Sie riss viele aus der Lethargie JaHuWaH und seinem Recht gegenüber. Sie besannen sich neu über den Pfad des Rechts und kehrten zu JaHuWaH und seinem Recht um. “Kann man JaHuWaH Erkenntnis lehren, ihn, der selbst die Erhabenen richtet? Dieser stirbt in seiner Vollkraft, ganz ungestört und ruhig. Seine Schenkel sind voll Fett, und das Mark seiner Gebeine ist wohlgetränkt. Und jener stirbt mit bitterer Seele und hat nichts vom Glück genossen. Zusammen liegen sie im Staub, und Gewürm deckt sie zu”, so die Worte des weisen Hiobs (Hi 21,22-26).

Nehmen wir diese Gnade JaHuWaHs bewusst und entschieden in Anspruch. Setzen wir uns für den Geist der Wiedergeburt in JaHuWaH ein, der für jeden Menschen Zukunft sieht und hat. Das stellt der Prophet Jeshajahu mit seinem Leben dar. Darum wird er zum leidenden Knecht JaHuWaHs (zum Gottesknecht), der sich aber der Gnade JaHuWaHs voll bewusst ist. In der Gnade JaHuWaHs leben ist wie ein erquickendes Bad in der schwülen Sommerhitze oder wie ein erholsamer Schlaf nach mühevollen und ereignisreichen Stunden. In dieser Gnade wandeln heisst loslassen, was vorbei ist und nicht zu ändern ist, selbst wenn es noch weh tut und unser Inneres immer wieder neu nach Anklage und Gerechtigkeit schreit, denn dann werden wir – in dieser Gnade – selbst losgelassen; freisprechen was uns im Verhältnis zu anderen verletzt und enttäuscht hat und nicht rückgängig zu machen ist, denn dann werden wir – in dieser Gnade – selbst frei; vergeben, was noch nicht vergeben worden ist, denn dann ist uns – in dieser Gnade – selbst vergeben.

Das ist ein zerbrochener Geist, m.a.W. ein neuer Geist, ein geheilter wiedergeborener Mensch. “Die Opfer JaHuWaHs sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, JaHuWaH, nicht verachten” (Ps 51,19). Im nächsten Gim wollen wir auf die blutende Wunde hinweisen auf die Jeshajahu – im Auftrag JaHuWaHs – seinen Finger legen muss, auf das was der Prophet mit allen seinen Metaphern, Bildern und Gleichnissen zu vermitteln versucht.

Von Herzen wünsche ich allen viel neue Gnadenkraft, aus der Fülle des biblischen Wortes. Die Gerechten, Propheten und die gläubigen Pharisäer, so auch Jahushua von Nazareth, lebten aus dieser Fülle. Sie haben sie uns vermittelt, dafür sind wir überaus dankbar! HalleluJaHu und Shalom!

Gregor Dalliard