Advents- und Weihnachtszeit

Glaubensimpuls 118

Die Advents- und Weihnachtszeit ist für manche ehemalige Kirchgänger, die sich aus Glaubensgründen im Laufe des Jahres von der Kirche getrennt haben, eine echte Herausforderung. Eine starke Herausforderung wird es mit Kindern im schulischen Alter. Im ersten Teil möchte ich einige allgemeine Gedanken in Erinnerung rufen, im zweiten Teil möchte ich erzählen wie wir das mit unseren Kindern gelöst haben. Zum Thema Weihnachten habe ich im Gim 63 bereits Stellung bezogen, darum will ich es vermeiden mich zu wiederholen.

Das mit Weihnachten ist wahrlich keine einfache Sache. Würden wir in Israel wohnen, wäre das alles wohl einfacher, nun aber leben wir innerhalb eines Kulturkreises der durch und durch heidnisch-christlich geprägt ist. Die sich jährlich wiederholenden, fest verankerten, heidnischen Feste und Bräuche durchziehen unseren Alltag. Auf Schritt und Tritt werden wir damit konfrontiert. Wollen wir die aus der Bibel erkannten Wahrheiten und heilsgeschichtlichen Zusammenhänge zur Ehre unseres Schöpfers Jahweh und zum Segen (Befreiung) der Menschen in unserem Alltag schrittweise umsetzen, stossen wir in unserem Umfeld dauernd auf Konfrontation, ob wir das wollen oder nicht. Anfechtungen bleiben uns nicht erspart. Wenige sind es, die diesen Weg bereitwillig zur Ehre Jahwehs, aller Propheten und Jahshuas gehen wollen und schliesslich den segensreichen Nutzen davon verköstigen wollen.

An Weihnachten mag es für manche Menschen durchaus gesegnete Stunden und Tage geben. Vor allem für jene, die keine Weihnachten feiern oder sich aus diesem Fahrwasser heraushalten. Aber für den grösseren Teil der christlichen Welt bleibt Weihnachten eine Zeit der grossen Verführung in jeder Beziehung. Emotionen werden wachgerüttelt, Erwartungen und Wünsche geweckt. Viele Menschen werden von einer unerträglichen Einsamkeit erfasst. Das alles kann Weihnachten auslösen. Doch wie sieht es im Nachhinein im Innern vieler Menschen aus? Es ist eine Zeit der Hektik, der Treibjagd. Die Kirchen übertünken dieses Treiben mit der rührenden Droge der Menschwerdung Gottes als Jesulein süss und unterstreichen diese Lüge (vgl. Gim 63) mit Pauken schlagenden liturgischen Feiern. Für die einen ist es die Zeit der umwälzenden Geschäfte, für die andern der geleerten Geldbeutel und der entleerten Herzen. Die einen treiben, die andern klappen kräftemässig zusammen. In dieser Zeit hören wir die stöhnenden Seufzer: „Bin ich froh, wenn diese Zeit vorüber ist und wieder der normale Alltag einkehrt!“

Die Allerwenigsten werden sich überhaupt vorstellen können, dass dieses Treiben Jahweh unserem Schöpfer zuwiderläuft und ihnen mehr schadet als hilft.  Zudem sitzen ja so manche gescheite und fromme Akteure vorne dran, die diese Irrtümer mit einer solchen Hingabe und Treue aufrechterhalten und weitertradieren, ja, wie kann denn daran etwas verkehrt sein! Schon allein die winterliche Ruhezeit, die uns der Rhythmus der Schöpfung in unseren Breitengraden aufzeigt, lehrt uns jede Art von Hektik und Stress in dieser Jahreszeit zu meiden, damit wir im Gleichgewicht bleiben. Also, freuen wir uns, die wir es vermögen den in dieser Zeit kirchlich inszenierten Massentress an uns vorüberziehen zu lassen.

Dennoch, ein Ausbruch aus diesem frommen kirchlich-heidnischen Umfeld gelingt nicht jedem, zu eng und zu tief sind die familiären Banden und die Abhängigkeiten im Alltag. Vor den Konsequenzen solcher Entscheidungen graut doch so manchem, was auch verständlich ist. Die biblische Wahrheit kann uns anfänglich ganz tief verunsichern. Ein solcher Weg, der Weg mit Jahweh und seinen wunderbaren heilsgeschichtlichen, reich gefüllten Festen und Ordnungen, erscheint uns anfänglich doch so beziehungslos, fremd und fern. 

Zudem werden die heilschaffenden Feste und Ordnungen Jahwehs von den christlichen Predigern bei jeder sich bietenden Gelegenheit als überholtes Gesetz abgetan, das für uns keine Bedeutung mehr haben soll und darf, weil wir sonst aus der Gnade fallen würden. Mit diesen Überzeugungen sind die Kirchenmenschen im Laufe der Jahrhunderte total vergiftet worden. Dieses Gift sitzt den Menschen der christlichen Welt in Mark und Bein, in Fleisch und Blut.

Manche, die zwar Erkenntnis der Wahrheit bekommen und Irrtümer der Kirche erkennen, sind schlichtweg zu feige und wollen darum keineswegs aus dem fest verankerten religiösen Heidentum ausbrechen. Der Preis ist ihnen zu hoch, dabei würden sie Segen für ihr Leben ernten. Sagte nicht schon Jahshua, dass diejenigen, die ihm nachfolgen wollen um den Vater zu lieben wie er, und dem Vater gehorsam zu sein wie er, zuerst einmal alles zurückstellen und die Kosten überschlagen müssen? (vgl. Lk 14,25-35). Übrigens steht dieser Abschnitt im vollkommenen Zusammenhang mit 5Mo 6,4-5 und Mk 12,30. Er darf nicht aus diesem Zusammenhang gelöst werden. Jahsua wollte keinem Menschen etwas nehmen, vielmehr den Zugang zum Leben erschliessen.

Und übrigens, sagen manche, haben denn unsere braven Vorväter alles falsch geglaubt und gemacht? Dass kann doch nicht sein! Also bleiben wir aus Liebe zu unseren Alten und in der Treue zu ihnen auf diesem Weg. Sie vergessen oder wissen es nicht, dass wir heute dem Endziel näher gekommen sind und dass uns darum heilsgeschichtlich ein neuer und tieferer Zugang zu der Wahrheit vom Vater geschenkt ist als unseren Vorvätern. Den heutigen Freiheiten und Möglichkeiten entsprechend tragen wir Jahweh und seinem Wort gegenüber eine andere Verantwortung als unsere Eltern, Grosseltern und die früheren Generationen.

Erst ein vertieftes Bibelstudium, das uns eine tiefere herzliche Begegnung und Beziehung zu Jahweh, und damit zum wahren Leben ermöglicht, wie Jahshua sie hatte, und eine tiefe Liebe zu seinem Wort, wie Jahshua sie hatte, vermögen wir konsequente Schritte zu tun. Wir erfreuen das Herz Jahwehs und führen sein Zeugnis zu seiner Verherrlichung weiter. Wenn es anfänglich auch nur kleine Schritte sind, so sind es doch Schritte in die richtige Richtung, ihm zur Ehre, uns, und letztlich auch unseren Angehörigen, zum Segen. Immer sind diese Wege auch mit gewissen Leiden verbunden. Trotzdem nimmt die Zahl jener, die diese Wege zurück zu den Wurzeln suchen und das Erkannte bezeugen und leben von Jahr zu Jahr zu. Jahweh hat überall auch seine Pioniere. Der Pionierdienst ist herausfordernd aber auch sehr spannend. Darum wollen wir dran bleiben.

Wir können diesen Weg nur im totalen Vertrauen zu Jahweh, mit viel Liebe und Geduld, mit Beharrlichkeit und Zuversicht gehen. Wir können im Gebet für unsere Lieben einstehen und dort wo sich die Möglichkeit bietet auf die biblische Wahrheit und Zusammenhänge hinweisen. Mit der Zeit lernen andere verstehen oder zumindest akzeptieren, dass wir im Glauben anders gehen. Das ist innerhalb der christlichen und katholischen Basis schon ein gewaltiges Umdenken, ein Fortschritt, den der Vatikan, um modern erscheinen zu können, äusserlich, dem Schein nach, akzeptieren muss, obwohl er dies innerlich, gemäss bestehenden Dogmen in keiner Weise jemals akzeptieren kann und wird (s. CIC und Vaticanum II, das Selbstverständnis der katholischen Kirche). Zu seiner Zeit wird dieser Same der Treue und des Bekenntnisses zur Ehre Jahwehs und zum Segen noch mancher Mitmenschen aufgehen und Frucht bringen.

Wir haben als Familie nie Weihnachten gefeiert. Unsere Kinder haben zu Hause von Anfang an keine Weihnachten, Ostern und dergleichen erlebt. Unsere Verwandten empfanden unser Verhalten den Kindern gegenüber anfänglich als sehr brutal. Wir leben hier in einem „frommen“ traditionell streng kirchlichen Umfeld. Nichtkatholiken werden, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, schnell ins Katholische integriert. Die Kinder gingen in den Kindergarten und in die Grundschulen hier im Dorf. Vorbereitungen auf den Advent und Weihnachten, die Feiern der Adventszeit und Weihnachten mit Weihnachtsspielen, waren in der Schule und im Dorf allgegenwärtig. Adventskränze, Christbäume und dergleichen mehr füllten auch bei den Nachbarn und den nächsten Verwandten Haus und Hof.

Die Kinder mussten vom Schulreglement her an all den weihnächtlichen Vorbereitungen und Feiern während der Schulzeit teilnehmen. Sie bekamen bei den öffentlich aufgeführten Weihnachtsspielen von den Lehrern auch noch Hauptrollen zugespielt, zum Teil mit der geheimen Hoffnung sie so für den katholischen Glauben gewinnen zu können.

Was taten wir? Wir haben sie frühzeitig über die Hintergründe dieser Feste aufgeklärt und ihnen aufgezeigt, dass Jahweh daran keine Freude hat. In Anbetracht der Lage haben wir ihnen geraten diese Dinge nur äusserlich mitzumachen, soweit dies zu den schulischen Ordnungen gehörte. Daheim haben wir dann über jede Sache mit ihnen geredet und versucht ihnen alles kindergerecht zu erklären. Wir liessen ihnen aber viel Freiheit und liessen sie auch selbst entscheiden. Das war sehr wichtig.

Ich nahm ein Metermass und zeigte ihnen auf, dass wir im Glauben bereits bei ca. 80 cm angelangt seien, während ihre katholischen Mitschüler erst bei ca.10 cm seien. Eines der Kinder rief voll Freude aus: „super, Papa“! Der weisse Mann in Rom (Papst), so sagte ich, ein mächtiger und einflussreicher Mann, der Jahweh und sein auserwähltes Volk und die Ordnungen Jahwehs verleugnet, lehrt seine Anhänger sehr viele verkehrte Dinge, wie etwa, dass es drei Gottheiten gibt (Trinität) zu denen man beten müsse usw. Wir hingegen dürfen nach der Lehre der Bibel mit unserem himmlischen Vater leben, der uns in der Bibel aufzeigt wie wir mit ihm und vor ihm froh leben können. Wir lernen immer mehr dem himmlischen Vater vertrauen und hören immer besser auf das was er sagt. Das ist spannend!

Darum brauchen wir all das nicht mehr, was eure Mitschüler tun müssen, sagte ich ihnen, weil wir den andern im Glauben weit voraus sind. Das konnten sie kindergerecht nachvollziehen und sich über ihren Fortschritt freuen. Sie sollten sich aber nie lustig über ihre Mitschüler machen, denn die könnten nichts dafür. Parallel wiesen wir auf ihre entsprechende Eigenverantwortung hin, in die sie als jahwehtreue Menschen hineinwachsen sollten.

Ein weiterer wichtiger Punkt in dieser Entwicklung schien uns Folgendes zu sein: Wir machten ihnen eine zeitlang vor den kirchlichen Festfeiern Geschenke. Den meisten Kindern geht es bei all diesen religiösen Festen nur um die Geschenke. Sie waren darüber sehr glücklich und zufrieden gestellt und an Weinachten nicht mehr interessiert. So hielten wir es auch mit der Erstkommunion, der Firmung (Konfirmation) und den andern grösseren Festen, die von all den katholischen Kindern eifrig vorbereitet und gefeiert werden.

Kinder sprechen manchmal schon Wochen vor einem kirchlichen Fest von den Geschenken, die sie von der Familie oder von den Angehörigen erwarten. Unsere Kinder konnten jeweils schon Tage vor einem solchen Fest den Mitschülern erzählen was sie als Geschenke bekommen hatten. Die andern Kinder staunten nicht selten, dass sie ihre Geschenke bevorzugt bekamen, also vor Weihnachten.

Jahshua lehrte: „Wer mir nachfolgen will (in der Treue zu Jahweh und seinem Wort), verleugne sich selbst und nehme sein Joch auf täglich und folge mir nach“ (Lk 9,23). Das wollen wir gerne tun. Er spricht: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel“ (Lk 9,26). Die Worte Jahshuas waren die Worte der Thora, der Propheten und Schriften. Er verkündete keine neue Lehre, wie er selbst immer wieder beteuerte (vgl. 5Mo 8,3; Mt 4,4; Jo 7,16b-18).

In dieser frohen Gewissheit wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und Zeiten der Vertiefung in die Goldschätze der Bibel

Gregor Dalliard