Aus Liebe (Gnade) errettet. Teil 2

Glaubensimpuls 332

Was hielten wir im letzten Gim fest? “Abraham ist uns zur Tür geworden, hin zum Herzen des Abba JaHuWaH, zum Vater des Lebens, zu allen geoffenbarten Glaubensquellen und -schätzen”. Was aber lehren die dogmatischen Schriften der Kirchenväter, das sogenannte “Neue Testament?” Sie lehren die Tür zu ihrer ersten Gott-Person, innerhalb ihrer trinitarischen Götterlehre, sei Jesus, die zweite Gott-Person der Christen. Es ist das was die meisten Christen glauben. Die einen lehren es und die anderen glauben es, ohne diese Lehre zu hinterfragen. Das wollen die meisten auf keinen Fall, denn viele ahnen es, ganz tief in ihrem Inneren, dass das was nicht sein darf doch der biblischen Wahrheit entspricht, nämlich: wie sehr die christliche Heilslehre das biblisch-prophetische Wort in seinem Gesamtzusammenhang missbraucht. Viele sind auch zu feige und zu sehr auf ihr traditionelles Wohlergehen bedacht, denn der Preis für ihre Suche nach der Wahrheit ist hoch!

Die Kirchengründer bezeichnen ihre erste Gott-Person als den Abba Vater, den JaHuWaH der Juden. Aber das kann er gar nicht sein. Denn der JaHuWaH Abrahams, der zwölf Stämme Israels, der Juden, der Propheten, der Pharisäer und der Gerechten – und des Jahushua von Nazareth – war nie trinitarisch, nie in drei Gott-Personen aufgeteilt. JaHuWaH offenbart sich Abraham, und im gesamten prophetischen Wort, unmissverständlich zu dieser Tatsache. Gerade Abraham sollte sich von den zahllosen Mensch gewordenen Göttersöhnen, von den vielen Mensch gewordenen Gottheiten, innerhalb aller heidnischen Völker, Kulturen und Kulten radikal lösen. Die Priester dieser Kulte unterjochten Völker und Stämme mit ihrer Theologie und Liturgie von der Erlösung durch das Menschen-Blut irgend einer Gottheit. Von diesen absurden und gräulichen Glaubenspraktiken dieser Völker und Stämme sollte sich Abraham radikal trennen:

“Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser (Gott), JaHuWaH ist Einer! Und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft” (5Mo 6,4-5). “Ich bin JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt (herauserlöst) habe. Du sollst keine anderen Erlöser (Götter) haben neben mir” (2Mo 20,2-3). “Ich bin JaHuWaH, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen (Erlöser) noch meinen Ruhm den Götterbildern (Erlöserbildern der Mensch gewordenen Göttersöhne)” (Jes 42,8).

Dieses prophetische Zeugnis durchzieht die ganze Bibel (TaNaCH). Dieses Zeugnis ist die zentrale Kernaussage der ganzen Schrift. Aber genau das zerstörte Paulus mit den hellenistisch-heidnischen Kirchenvätern, weil sie sich Ende des dritten Jh., anfangs des 4.Jh., definitiv und offiziell auf die Seite der Römer und ihrer römisch-hellenistischen Göttertheologie schlugen. Darum finden wir auf dem ersten Kirchenkonzil 325 in Nizäa keine Juden vertreten. Und wie schon öfters gesagt, nötigte Kaiser Konstantin die berühmtesten griechischen Philosophen des Reiches am Konzil teilzunehmen. Sie sollten den christlichen Bischöfen auf diesem Konzil wegweisende Hilfe geben, wie sie aus JaHuWaH, dem EINEN Erlöser der Juden, nach traditionell heidnischer Manier, drei Gott-Personen machen könnten, die den Göttern des römisch-hellenistischen Reiches entsprechen sollten, um so alles Jüdische aus der Welt zu entfernen und die Reichsgötter günstig zu stimmen.

Bereits zur Zeit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70, sagten sich hellenistisch-philosophische Christenführer vom Judentum und dem TaNaCH los. Ihr Einfluss wurde immer umfangreicher. Sie hatten sich nie mit dem biblisch-prophetischen Wort tiefer auseinandergesetzt. Sie wurden aber trotzdem bis ins 3. Jh. hinein als jüdische Sekte verfolgt, denn sie lehrten den Anbruch des messianischen Reiches unter der Führung des Christus-König, was die römischen Kaiser nicht dulden konnten. Paulus hatte schon sehr früh den Juden und Rabbi Jahushua von Nazareth zu einer hellenistischen Gottheit vergeistigt, umgepolt zu einem Christus-König. Darum lehrt er schon sehr früh: “wenn wir Christus auch nach dem Fleisch (als Jude) gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so (2Kor 5,16b).

Die Erwartung des messianischen Reiches gehört wesentlich zum Glauben der Juden, doch die Juden hielten sich an das umfangreiche prophetische Wort. Darum lehnten sie den Anbruch des Messiasreiches in Jahushua von Nazareth entschieden ab, weil die entsprechenden prophetisch verheissenen Zeichen für den Anbruch des messianischen Reiches nicht da waren. Übrigens ist zu bedenken, dass sich Jahushua von Nazareth den Juden gegenüber nie als der Erlöser der Welt oder als der Messias der Endzeit angepriesen hatte. Ihm als thoratreuer Rabbi, treuer Pharisäer und Gerechter (vgl. Mt 5,17-19) wäre so etwas nicht mal im Traum in den Sinn gekommen. Willkürlich missbrauchten Paulus und seine Mitbegründer des Christentums diesen aussergewöhnlich begabten und thoratreuen jungen Juden für ihre Zwecke, nahmen ihm schrittweise alles Jüdische weg und reihten ihn in die traditionellen Reihe der Mensch gewordenen Göttersöhne ein.

Die Römer hassten nicht nur die Juden als Feinde, weil sie den römischen Reichsgöttern und dem göttlichen römischen Kaiser-König die Anbetung verweigerten. Die Christen lehnten anfänglich die Reichsgötter Roms und den Kaiser als göttlichen König ebenso ab, weil sie den entjudaisierten Jahushua von Nazareth als ihren neuen König anbeteten und lehrten er sei auferstanden, deswegen würde gleich wiederkommen und herrschen (gegen den römischen Kaiser). Juden wie Christen wurden deswegen als die Ursache aller Übel im Reich verurteilt. Mit dem Konzil von Nizäa (325) änderte sich die Lage der Christen offiziell. Jahushua war als König nicht erschienen, obwohl es so im “Neuen Testament” steht. Irritiert liessen die Christen, unter der Führung der heidnischen Philosophen und der Leitung des Kaisers, den entjudaisierten Jahushua von Nazareth offiziell in eine römische Gottheit mit dem Namen Jesus Christus umwandeln.

Kaiser Konstantin wandte sich auf Drängen seiner Mutter Helena dieser neuen Christus-Gottheit zu und nahm sie auf dem ersten Konzil in Nizäa (325), in den Götter Olymp auf. Sie stieg im Laufe des 4.Jh. – auf den ersten beiden Konzilien, unter der Führung von Kaiser Konstantin – zur obersten Mensch gewordenen römischen Reichsgottheit auf. Sie ist es bis heute in der christlichen Welt geblieben. Das ist das Christentum. Es sollte uns darum nicht erstaunen wenn die Kirchengründer dem Jahushua von Nazareth die entsprechenden Worte in den Mund gelegt haben: “Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden” (Joh 10,7-9). Hier werden sämtliche Gerechten, Propheten und Pharisäer, ja alle Juden, alle Thoratreuen,als Diebe und Räuber abgetan, diskriminiert, als Unmenschen hingestellt, weil sie als Juden offenbar den vom himmlischen Vater gezeugten Sohn in eine junge Frau, die allezeit Jungfrau blieb!! und Erlöser der Menschheit – durch sein Blut – ablehnten und ihn umbrachten. Es wird vermittelt: Die Schafe hörten nicht auf die Propheten, Pharisäer und Gerechten Israels, sie hören auf den römischen Kaiser (dem Scheine nach christlich) und die ihm loyalen Bischöfe. Das sind die wahren Schafe, die Christen.

Der Glaube Abrahams wird dadurch für null und nichtig erklärt, obwohl die christlichen Führer Abraham laufend für ihre irrigen Zwecke missbrauchen, vor allem Paulus. Die Errettung wurde von diesem Zeitpunkt an nur noch durch die zweite Gott-Person Jesus Christus möglich. So ist es bis heute geblieben. Die zweite Gott-Person war bis zum 5.Jh. (476) im römischen Kaiser gegenwärtig, dem sich alle im römischen Reich unterwerfen sollten. Im Laufe des frühen Mittelalters wird dieser Jesus Christus, diese römische Reichsgottheit, mit dem Papst und seiner Kirche identifiziert. Der Papst übernahm die Führung des römischen Kaisers. Nur wer dem Papst und damit der katholischen Kirche angehört kann errettet werden. Sie ist die Tür. Diese Dogmen gelten nach wie vor, bis zu dieser Stunde, jeder kann sie nachlesen. Vom 4.Jh. an, bis zur Reformation – und darüber hinaus – hat der Vatikan über tausend Gesetze (Götzenkult), streng einzuhaltende Regeln, neue Glaubensartikel und Schikanen festgelegt, die das christliche leben umzäunen. Teils wurden sie zu Dogmen erhoben, teils als allgemein verbindliche Lebensweisen festgelegt. Sie bauen vor allem auf die vielen Gesetze des Kirchengründers Paulus auf, aber auch auf andere alte heidnische Traditionen.

Die Reformation brachte in manchen Dingen eine Erleichterung, eine Befreiung von diesem vatikanischen Gesetzes-Joch, Götzenkult. Im Grunde genommen aber brachte sie keine eigentliche Hilfe, keine Befreiung vom Götzen-Joch, keine Rückführung in den frei machenden Glauben Abrahams. Sie kehrte ganz einfach nur zu den Anfängen des Christentums zurück, zu den verdorbenen antibilischen und damit antijüdischen Wurzeln, die eine zweite Gott-Person entwickelten und schufen: Jesus Christus. Also blieb und bleibt in Wirklichkeit alles beim Alten.

“Aber jetzt, so spricht JaHuWaH, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.. So spricht JaHuWaH, euer Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin JaHuWaH, euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König” (Jes 43,1.14a.15). Von Herzen wünsche ich allen einen erholsamen Shabbat – zu der inneren Ruhe. Liebe Grüsse und Shalom!

Gregor Dalliard