„Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und sinne um und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deine Menora (den siebenarmigen Leuchter) von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht umsinnst“ (Offb 2,4-5). Teil 6

Glaubensimpuls 88

Im letzten Gim 87 machte ich darauf aufmerksam, dass die sieben kleinasiatischen Gemeinden gerade daran waren, den Weg der Loslösung von Jahweh und von der jüdischen Gemeinde, in der sie wieder eingepfropft worden waren, zu verlassen. Dabei war Jahshua doch gekommen um eine bestimmte Zahl, eine vom Vater verordnete Zahl, eine Auswahl aus den zehn „verlorenen“ Stämmen, aus den Schafen des Hauses Israel, zurückzuholen und wieder unter die Juden die Jahweh treu geblieben waren einzupfropfen (vgl.Jo 10,16; 11,52; Mt 15,24; 9,13; Röm 11,16; Eph Kap 2 u. 3, 3,6; Hes 37,15ff u.a.m.) Darin bestand seine Sendung „um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Jahweh zu versöhnen..“ (Eph 2,15b-16). Die Treuen und Gerechten Judas allein genügten Jahweh nicht.  Zur Zeit Jahshuas machten die Nachkommen der zehn „verlorenen“ Stämme bereits Millionen von Menschen aus, und sie zerstreuten sich immer mehr. Doch unserem himmlischen Vater sind die Träger des Samens Abrahams, Isaaks und Jakobs und damit die Träger der Verheissungen, mit denen er seine Heilsziele ausführt und ausführen wird, alle bekannt. Wo immer sie sich auch zerstreut haben mögen, er findet sie alle. Er ruft seine Leute wann und wie er will und legt ihnen seine Vorhaben ins Herz, aber auch die Liebe zu seinem Wort, dem sie dann gehorsam zu folgen versuchen. Das ist etwas Ausserordentliches. Diese Tatsache muss uns durch Mark und Bein gehen!

Die Wiederkunft Jahshuas und der Anbruch des Friedensreiches oder des Tausendjahrreiches kann nicht geschehen, wenn nicht eine bestimmte Zahl aus allen Stämmen Jakobs vereint ist. Jahweh schloss über Abraham, Isaak und Jakob mit allen zwölf Stämmen denselben Bund und gab ihnen dieselben Verheissungen von denen er nichts zurücknimmt. Die Herrschenden und Richtenden im Friedensreich und auch danach werden also nicht nur Juden sein, bestehend aus Juda, Benjamin und einem Teil der Leviten, denn von ihnen ist immer ein Überrest Jahweh treu geblieben. Jahshua selbst bezeichnet sie übrigens als die Gerechten, für die er nicht gekommen ist und die seiner nicht bedürfen (vgl. Mk2,17; Mt 9,13; 18,11, Lk 15,7; 5,32, 19,10) Warum? Weil sie von Jahweh selbst gerechtfertigt worden sind und allezeit gerechtfertigt vor ihm lebten wie etwa Abraham, d.h. sie blieben Jahweh und seinen Ordnungen und Bestimmungen ein Leben lang treu. Auch solche aus den zehn „verlorenen“ Stämmen, die wieder eingepfropft worden sind – wie wir – werden daran teilhaben (vgl. Dan 7,18.27; Offb 20,4; 22,5).

Die meisten Nachkommen der „verlorenen“ Stämme finden wir heute weltweit im Kirchentum gesammelt, das die religiöse Kraft und Macht des frommen Heidentums, des Abfalls von Jahweh, in einer ausserordentlich verkehrten Weise (Scheinheiligkeit) darstellt und demonstriert. Das sind Milliarden von Menschen, gemäss den Verheissungen an Abraham, Isaak und Jakob (zahlreich wie die Sterne am Himmel, der Sand am Meer, der Staub der Erde, wunderbare Vergleiche)! Darum ruft Jahweh vor allem aus diesen Kreisen eine bestimmte Zahl heraus, die sich wieder in Jahwehs Verheissungen und Ordnungen einfügen lässt.  Das geht natürlich nicht ohne Leiden, Rufmord und Mobbing vonseiten der kirchlich zutiefst antijüdisch geprägten Kirchenmenschen! Die Botschaft lautet: „Ihr seid unter sie (die Juden) eingepfropft“ (Röm 11,16ff). Die (Israel-)Nationen sollen nämlich Miterben (mit den Juden) und Miteinverleibte (wie die Juden) sein und Mitteilhaber (da sie über Abraham, Isaak und Jakob Verheissungsträger sind wie die Juden). Das ist das Evangelium des Mashiach Jahshua, die Verheissung die sich im Mashiach Jahshua erfüllt“ (Eph 3,6 u.a.m.). „Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe (Schafe bezieht sich immer auf Israel), aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.“ (1Ptr 2,25; 2,10, vgl. Hosea!). Der Hirte ist immer zuerst Jahweh.  Einfach umwerfend!

Die sieben Gemeinden an die die sieben Sendschreiben gerichtet waren, waren überwiegend solche Menschen, die aus den zehn „verlorenen“ Stämmen zurückgerufen und wieder eingepfropft worden waren. Dies geschah vor allem durch Jochanan (Johannes), Apollos, Shaul und viele Mitbrüder und Schwestern. Doch gleich nach dem Tod der Mehrheit der Apostel trat ein was Shaul den Ältesten (den Verantwortungsträgern) von Ephesus unter Tränen angekündigt hatte (vgl. Apg 20,17-38). Falsche Apostel traten in den Gemeinden auf, die verkehrte Dinge predigten und damit die Gemeinde von Jahweh, von den gerechten Juden und damit von seinen Ordnungen und Rechtsbestimmungen wieder wegführte. Noch wehrten sie sich dagegen: „und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner erkannt“ (Offb 2,2). Noch hatten sie Ausharren und litten sehr viel um des Namens Jahweh willen, wegen ihrer Treue zu ihm und weil sie Jahshuas Zeugnis folgten, noch waren sie nicht müde (vgl. Offb 2,3). Doch die Leiden unter Domitians Priester nahmen zu, Untreue und Anpassungsgedanken machten sich unterschwellig breit. Wie sollte es weitergehen?

Da kam durch Jochanan eine Warnung, verbunden mit einer Aufforderung: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und sinne um und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deine Minora (den siebenarmigen Leuchter) von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht umsinnst“ (Offb 2,4-5). Was heisst das, die Minora wegrücken? Jahweh wird sie aus seiner Gemeinschaft, aus dem Segen dem Reichtum und der Fülle seiner Offenbarungen, die er seinem erwählten Volk bleibend verheissen und geschenkt hat wieder für eine bestimmte Zeit ausscheiden, sich selbst überlassen und sie damit wieder dem quälenden und finsteren Götzendienst überlassen, dem Reich des Antimashiach (Antichrist = Gericht).

Die erste Liebe ist immer die Liebe Jahwehs zu seinem auserwählten Volk, die Gemeinschaft mit ihm, das Leben in seiner geistigen Fülle haben, Erkenntnis und Freiheit in ihm, das ist die erste Liebe. Sie verlangt von den Geliebten ein Echo und empfängt Segen und allezeit die Hilfe und Führung, in schweren wie in guten Zeiten. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang die Worte Shauls an die Hausgemeinden von Rom nachzulesen, die diese erste Liebe ebenfalls verlassen wollten, indem sie sich von den Juden trennen wollten, was sie später auch taten „..sonst wirst auch du ausgeschnitten werden“ (vgl. Röm 11,22). Jahwehlosigkeit bedeutet Gericht, von religiöser Finsternis beherrscht sein, Sklave religiöser Menschen sein, von ihrer religiösen Philosophie gefesselt sein, von ihnen abhängig werden und bleiben.

Nun, dieser Aufforderung Jahwehs durch Jochanan wurde nicht entsprochen. Die kleinasiatischen Gemeinden kamen schliesslich zu Fall. Sie haben der Beziehung Jahwehs, der ersten Liebe zu ihnen, den Rücken gekehrt. Das zeigt uns der weitere geschichtliche Verlauf dieser Gemeinden. Sicher haben nicht alle gleichzeitig so gehandelt. Alles verlief schleichend. Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinden gab es bis ins 5./6. Jh. hinein. Dann kam der Islam. Im nächsten Gim. wollen wir etwas mehr über die Entwicklung der Herausgerufenen in Kleinasien hören.

Prüfen wir unser Verhältnis zu Jahweh, der uns in unserer Erwählung und Berufung seine erste Liebe offenbarte und schenkte. Wie gehen wir damit um? Was ist sie uns wert? Welchen „Preis“ sind wir bereit dafür zu zahlen?

Mit grosser und bleibender Freude schauen wir auf die lange Reihe der treuen Zeugen aus dem israelitisch-jüdischen Volk. Seine Heiligen (Ausgesonderten) bleiben uns Vorbild und Ansporn auf unserem Weg, denn jetzt sind wir dran! Darum wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat mit einem herzlichen Shalom!

Gregor Dalliard