70 Jahre Israel: “Da schrien sie zu JaHuWaH in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen errettete er sie” (Ps 107,6). Teil 1

Glaubensimpuls 342

“Preist JaHuWaH, denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig! (Gemeint ist nicht äonisch, nur für eine bestimmte Zeit, sondern für immer!) So sollen sagen die Erlösten JaHuWaHs, die er aus der Hand des Bedrängers erlöst hat. Die er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und von Süden. Sie irrten in der Wüste, auf ödem Weg, sie fanden keinen bewohnten Ort. Hungrig waren sie und durstig, es verschmachtete in ihnen ihre Seele. Da schrien sie zu JaHuWaH in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen errettete er sie. Er leitete sie auf rechtem Weg, so dass sie zu einem bewohnten Ort gelangten. Sie sollen JaHuWaH preisen für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern!” (Ps 107,1-8).

“..so dass sie zu einem bewohnten Ort gelangten.” Wenn wir die Bibel in ihrem prophetischen Zusammenhang korrekt verstehen und auslegen wollen, dann müssen wir immer zuerst nach der konkreten Lebenssituation derer suchen über die die Bibel im entsprechenden Zeugnis spricht. Im oben erwähnten Zeugnis aus Psalm 107 geht es sicher zuerst um die Geschehnisse beim Auszug aus Ägypten bis hin zur Landnahme. Der Bericht aber enthält auch noch eine tiefere Botschaft, die den Sinn der Landnahme vermittelt. Mit JaHuWaH leben lernen, wie Abraham das tat, heisst zu “einem bewohnten Ort gelangen”. Alle die nach Abraham kamen und wie er mit JaHuWaH zu leben lernten, haben einen bewohnten Ort gefunden! Das ist wunderbar und gleichzeitig umwerfend. Zum bewohnten Ort gehört zentral seine Gnade, die mir allezeit geschenkt bleibt. Auch dass ich ihm alle meine Enttäuschungen und Missverständnisse, all mein Versagen, anvertrauen darf: “Da schrien sie zu JaHuWaH in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen errettete er sie.” Denn: “Preist JaHuWaH, denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig!”

Das Volk Israel lernte – wie Abraham – JaHuWaH und seine lebenswichtigen Ordnungen immer besser zu verstehen und sich laufend darin zu vertiefen. Trotzdem aber vergassen viele von ihnen JaHuWaH im Kampf und im Trubel des Alltagslebens – immer und immer wieder! Durch alle Jahrhunderte hindurch war das so. Das geschieht auch heute noch. Wer von uns kennt diese Auseinandersetzung in seinem persönlichen Alltag nicht? Nichts unterscheidet uns da vom auserwählten Volk. Was aber unterscheidet das auserwählte Volk von den übrigen Völkern dieser Welt? Wann immer das auserwählte Volk in Nöte geriet, schrie es zu JaHuWaH. Und warum tat es das? Sie hatten eine klare Weisung: Sie sollen JaHuWaH preisen für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern!” (Ps 107,1-8).

Das Wort Gnade, hebräisch: “chesed”, beinhaltet die überschwängliche Liebe und Barmherzigkeit die JaHuWaH ist und schenkt. Sie enthält vor allem sechs wesentliche biblische Inhalte. Erstens ist die Erwählung Israels einzigartig. Zweitens wird Israel immer, durch alle Jahrhunderte hindurch, – ununterbrochen – Zentrum des Heils und der Erlösung in JaHuWaH bleiben. Es wird nie einen anderen Erlösungsweg ausserhalb JaHuWaHs geben. Dieser Weg führt schliesslich zu allen Völkern der Erde und bezieht sie alle mit ein. Drittens wird JaHuWaH sein erwähltes Volk nie aufgeben, von seinem Auftrag entbinden und durch ein anderes Volk ersetzen, trotz der immer wiederkehrenden Gerichts- bzw. Wiederherstellungszeiten. Diesen Irrtum vertritt und lehrt das Christentum. Aus den Offenbarungen des Paulus und anderer Kirchenväter behauptet es von sich, von Gott an die Stelle Israels gesetzt worden zu sein. Das hätte JaHuWaH so entschieden. Die biblisch-prophetischen Texte reden aber vom genauen Gegenteil. Dasselbe lehrte einige Jahrhunderte später die neue islamische Religion, von Muhammad gegründet. Auch diese Religion lehrt, Allah hätte den Islam als Volk Gottes an die Stelle Israels gesetzt. Viertens wird JaHuWaH sein Volk immer aus der Hand der Bedränger erlösen. Das hat er bis heute getan, von Jahrhundert zu Jahrhundert. Darum gibt es immer noch Juden, die an JaHuWaH glauben und seinem Auftrag entsprechend weiterführen. Fünftens wird es nie eine andere Gottheit (kein heidnischer Jesus Christus als zweite Gott-Person) geben, in der jemand errettet werden kann, als im Glauben Abrahams. “Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des JaHuWaH anruft, wird errettet werden” (Joe 3,5). Dieser Glaube enthält alle Voraussetzungen eines gnadenvollen Lebens, der Wiedergeburt (1Mo 12,7.8; 15,6) des Heils und des inneren Friedens. Sechstens ist der Weg der Umkehr (teshuwa) für sein Volk – zurück zu JaHuWaH – immer möglich, er war nie unterbrochen. D.h. es wird nie ein verworfenes Volk sein, das nur über das Christentum und seinen heidnischen Jesus-Gott Erlösung finden wird. Das ist reiner paulinischer Unsinn.

Psalm 136 besingt diese immerwährende Gnade an seinem auserwählten Volk als einen ununterbrochen Liebeserweis. Dieser Liebeserweis bleibt an einem Auftrag gebunden, nämlich alle Völker für JaHuWaH und seine Ordnungen zu gewinnen, damit sie alle zu einem friedvollen und erfüllten Zusammenleben in JaHuWaH finden. In ein paar Wochen feiert Israel das was der Prophet Jeshajahu in Kap. 66, Vers 8 vorhersagte: Wer hat so etwas je gehört, wer hat dergleichen je gesehen? Wird ein Land an einem einzigen Tag zur Welt gebracht oder eine Nation mit einem Mal geboren? Denn Zion bekam Wehen und gebar auch schon seine Söhne.

Das geschah am 14. Mai 1948. “Preist JaHuWaH, denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig! (Gemeint ist nicht äonisch, nur für eine bestimmte Zeit, sondern für immer!) So sollen sagen die Erlösten JaHuWaHs, die er aus der Hand des Bedrängers erlöst hat. Die er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und von Süden.. Da schrien sie zu JaHuWaH in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen errettete er sie. Er leitete sie auf rechtem Weg, so dass sie zu einem bewohnten Ort gelangten (Ps 107,1-8). “So spricht JaHuWaH, euer Erlöser, der Heilige Israels.. Ich bin JaHuWaH, euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König” (Jes 43,14-15). Fortsetzung im nächsten Gim.

Allen wünsche ich von Herzen noch ermutigende Eindrücke in den letzten Pessachstunden. Shalom!

Gregor Dalliard