„Ehe Abraham gerufen worden war, bin ich von Jahweh eingeplant“ (Jo 8,58). Teil 2

Glaubensimpuls 115

Wie ich im Gim 114 andeutete, möchte ich zu Jo 8,58 noch ein paar Zusammenhänge weitergeben. Grundsätzlich gilt für jeden aufrichtigen, Jahweh wohlgefälligen Menschen, dass alles was in den Bekenntnisschriften (BeS = NT) geschrieben ist, einzig und allein anhand des TaNaKh oder TeNaKh, d.h. der Bundesschriften (BuS = AT) zu prüfen, zu verstehen und auszulegen ist. Was ist der TaNaKh oder TeNaKh? Damit ist die Bibel gemeint, die von der Kirche fälschlicherweise als das Alte Testament (AT) abgestempelt wird. Das Wort „TaNaKh“ oder „TeNaKh“ ist eine Abkürzung nach den Anfangsbuchstaben der drei kanonischen Hauptelemente: Thora, Propheten und Schriften. „T“ steht für Thora, das sind die 5 Bücher Mose. „N“ steht für Naviim oder Nabiim, damit sind die Bücher der Propheten gemeint. Navi oder Nabi heisst Prophet, Mund Jahwehs. „Kh“ oder „Ch“ steht für Khetuvim oder Khetubim, damit sind die übrigen Schriften der Bundesschriften (BuS = AT) gemeint.

Dieses Prinzip der Auslegung ist das Prinzip, das uns Jahweh selbst gegeben hat. Es ist der von Jahweh selbst uns gegebene Schlüssel zu allem Verständnis seines Wesens und der Zusammenhänge seiner Offenbarung. Dieses Prinzip war das Prinzip aller Propheten und das Jahshuas. Auf diesem Prinzip hat Jahweh vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet in den Propheten und am Ende dieser Tage in Jahshua seinem Gesalbten (vgl. Hebr 1,1-2). Jeder aufgeweckte, seriöse und gewissenhafte Mensch, der nach der Wahrheit in der Bibel sucht und forscht, wird dieses Prinzip der Propheten und Jahshuas zu seinem eigenen Prinzip machen müssen, will er Jahweh gerecht werden und verantwortungsvoll Rechenschaft vor Jahweh ablegen. Was im TeNaKh nicht enthalten oder zu finden ist, ist von den Kirchenvätern vor der Kanonisierung im 4. Jh., d.h. bevor diese Schriften zu einem NT gemacht worden sind, überarbeitet und den gerade entsprechenden neuen Lehren der Kirche angepasst worden. Einfach ausgedrückt: Das Neue Testament (NT) darf und kann nur im Lichte des Alten Testamentes (A T = TeNaKh) verantwortungsvoll ausgelegt werden.

Was uns darin bestärkt und ermutigt ist das Zeugnis Jahshuas selbst. Er legte seinen Finger kompromisslos und mit äusserster Klarheit auf den TeNaKh, ausserhalb dem es für ihn keine zu glaubende Wahrheit gab und geben wird (vgl. Mt 4,4.7.10; 5,17-19; 7,21; Mk 3,34-35; Jo 7,16-18; 8,55b u.a.m.). Er sagte ausdrücklich: „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora (von den Lebensweisungen der Thora) vergehen, bis alles geschehen ist“ (Mt 5,18). Sind uns diese Worte nicht hilfreich und richtungweisend? Niemand kann sich also auf Jahshua berufen und die Quelle der Wahrheit, den TeNaKh, als veraltetes Gesetz für die Juden abtun, als etwas das nur Geltung für die Juden haben soll. Diese und jede andere Vorgehensweise ist verwegen, unstatthaft und darum verwerflich.

Jahweh rief Abraham aus dem Polytheismus heraus, d.h. er rief ihn aus der Viel- oder Mehrgötterei mit ihren vielen absonderlichen Kulten heraus. Im Polytheismus wird nicht nur der einzig EINE Erlöser Jahweh angebetet. Es werden gleich mehrere Wesen angebetet. Egal ob ein Mensch zu zwei, drei oder mehr  Wesen oder verstorbenen Menschen betet, jede Anbetung, jede Anrufung, jedes Gebet, das von dem Gebet an den einzig EINEN und damit von dem Vertrauen auf den einzig EINEN abweicht, ist das genaue Gegenteil von Monotheismus. Polytheismus ist der Inbegriff des religiösen Missbrauchs, der Inbegriff von Babel, die religiös-finstere Macht die den Menschen von Jahweh wegzieht und versklavt. Der Polytheismus (Mehr- oder Vielgötterglaube) wirkt sich auf das Leben des einzelnen Menschen negativ und zerstörerisch aus. Er zieht den Menschen von der Quelle seines Lebens, seines Schöpfers, weg. Er beraubt den einzelnen Menschen seiner Würde, entmündigt ihn in allen Bereichen des Lebens, entzieht ihn seiner persönlichen Verantwortung Jahweh und seinen Mitmenschen gegenüber, hindert den Einzelnen in seiner Entfaltung und schafft Angst, Not und Verwirrung. Er führt durch absonderliche religiöse Kulte und Liturgien, die ständig wiederholt werden müssen, in die religiöse Abhängigkeit von Menschen und deren Lehren. In erpresserischer Weise geben sie sich und ihre Lehren als heilsnotwendige Wahrheit aus. Polytheismus ist in allen seinen Varianten immer der Abfall von Jahweh, Abfall von seinem Wort und seinen Lebensordnungen.

Jahweh offenbarte sich Abraham als der einzig EINE, auf den allein er sich einlassen sollte, dem allein er vertrauen, bzw. den allein er anbeten sollte, zu dem allein er in Beziehung stehen sollte, vor dem allein er gerecht und gerechtfertigt wandeln sollte, damit er – und das ist die zentrale Botschaft – selbst gesegnet und ein Segen für die ganze Menschheit sein würde! (vgl. 1Mo 18,18). Auf der Basis dieser Begegnung und Offenbarung schloss Jahweh mit Abraham und seinen Nachkommen einen bleibenden Bund mit den wichtigen Lebensweisungen, bis das Ziel erreicht sein wird, bis Himmel und Erde vergehen werden und ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen sein werden.

Dieser Bund war für Jahweh und Abraham eine unantastbare nicht wiederrufbare sichere Garantie, denn in diesem Bundeszuspruch spricht Jahweh zu ihm und später zu allen Trägern dieser Verheissung „..und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ (1Mo 12,3; 15,4-5; 18,18; 22,18; 26,4; 28,14 u.a.m.). Alle Völker würden einmal einzig und allein Jahweh anbeten und verherrlichen (Jes 2,2-4) und dies unter der Führung der Nachkommen Abrahams, die deswegen als Heilige (d.h. Ausgesonderte für Jahweh) bezeichnet werden (vgl. Dan 7,18.27). Die ganze Menschheit würde einmal den Shabbat feiern (Jes 66,23), ebenso die übrigen Feste Jahwehs (Sach 14,16-19) und sich gegenseitig mit dem Segen Jahwehs segnen: „Und in deinem Samen werden sich segnen alle Völker der Erde, dadurch, dass du meiner Stimme gehorcht hast“ (1Mo 22,18). „Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen“ (Ps 66,4). Einfach umwerfend!

Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden aufgrund des Monotheismus, des Glaubens Abrahams, geschaffen werden (vgl. Jes 65,17; 66,22; Dan 7,27; Offb 21,1.5). Im neuen Himmel und in der neuen Erde werden die wunderbaren Feste Jahwehs gefeiert werden. Darum darf sich jeder glücklich schätzten und Jahweh Dankeshymnen entgegenbringen, der sich jetzt schon, in seinen irdischen Tagen, von Babel abwendet, Babel verlässt und bemüht ist nach den Ordnungen und Festen Jahwehs zu leben. Jene die sich täglich auf die Bibel Jahwehs und Jahshuas berufen, sich aber diesen Ordnungen und Festen versperren und sich ihnen laufend in den Weg stellen, werden es einmal wohl sehr schwer haben, bis sie demütig vor Jahweh, dem Geber des Lebens und aller Ordnungen, kapitulieren und ihre Knie beugen werden, anders als jene Massen, die nie etwas von einer Bibel wussten.

Auf diesen wunderbaren Verheissungen bauend konnte Jahshua berechtigterweise sagen: „Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich“ (Jo 9,56). Jeder von uns, der Jahweh als den einzig EINEN ungeteilt anbetet und ihm gehorcht, wie Abraham und die Propheten, Jahshua und seine Jünger dies taten, kann diese Aussage auf sich beziehen, denn jeder der diesen Glauben lebt ist kompromissloser Träger des Monotheismus (des Eingottglaubens) mit allem seinem Verheissungsreichtum, der sich erfüllen wird. Ist das nicht umwerfend? Ehe also Abraham aus dem grässlichen Polytheismus seiner Väter und seiner Familie (vgl. Jos 24,2) herausgerufen worden war, waren alle Wiederherstellungswege, alle Heilswege Jahwehs, und der bescheidene Beitrag eines jeden von uns schon eingeplant. Jahweh überlässt nichts dem Zufall. Wir dürfen darin die unverdiente Gnade und grenzenlose Liebe Jahwehs zu jedem Einzelnen von uns erkennen!

Jahshua konnte also in diesem Kontext berechtigterweise sagen: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Jo 8,58). Die Übersetzung müsste korrekterweise und verständlich lauten: „Ehe Abraham gerufen worden war, bin ich von Jahweh (bereits) eingeplant“. Es darf und soll niemand von diesem Plan fehlen, auch Jahshua nicht, auch du und ich nicht! Einige der Zuhörer Jahshuas hatten mit diesem Ausspruch offenbar Mühe, was durchaus denkbar ist. Sie hoben angeblich Steine auf um sie auf ihn zu werfen (Jo 8,59). Sollte dem so sein, dann können wir aus dem Kontext ihr Problem gleich erkennen (Vers 57). Sie nahmen seine Aussage wörtlich, nicht im übertragenen Sinn. Jahshua aber sprach immer im Kontext der Thoa. Ein ähnliches Problem begegnet uns in einigen anderen Aussagen im Johannesbericht, so auch im Zusammenhang mit dem Essen seines Fleisches und dem Trinken seines Blutes in Jo 6,51-69. Jahshua musste seine Zuhörer beruhigen und ihnen erklären, dass er das mit dem Essen seines Fleisches und dem Trinken seines Blutes im Übertragenen Sinn meinte, denn das Essen von Fleisch und das Trinken von Blut nützt nichts, Fleisch und Blut können nichts bewirken und niemandem das Heil vermitteln: „Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch (in dem auch das Blut ist) nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe sind Geist und Leben“ (Jo 6,63). Die Worte der Thora, die Worte Jahwehs, sind Geist und Leben (vgl. Jo 6,63; 4,22-24). Jahshua erklärt: „..und ich bewahre sein Wort“ (Jo 8,55b).

Es war Abraham vollkommen klar, dass diese aussergewöhnliche Beziehung zu Jahweh in einer verkommenen jahwehlosen Gesellschaft, der die Völker unterworfen waren und sind, ständigen Herausforderungen und Anfeindungen ausgesetzt sein würde. Er war sich bewusst, dass die Gemeinschaft mit Jahweh darum auch allezeit entsprechend gepflegt und vertieft werden muss. Er lebte in diesem ständigen Bewusstsein. Er hielt sich darum auf Distanz zu den Kanaanitern und ihren religiösen Kulten, Liturgien und Feiern (vgl. 1Mo 23). Er liess seinen obersten Hausverwalter bei Jahweh, dem Schöpfer Himmels und der Erde, schwören, dass er seinem Sohn Isaak keine der Kanaaniterinnen zur Frau nehmen würde (vgl. 1Mo 24, 1-9). Der Abfall vom Monotheismus, der Beziehung zu Jahweh, wäre die Folge gewesen. Abraham übertrug diese Wachsamkeit auf Isaak.

Isaak wäre durch Esau, den Erstgeborenen der Zwillinge, und dessen kanaanäisch-hetitische Frauen zu Fall gekommen (vgl. 1Mo 25,28; 26,34-35; 27,1-4), hätte nicht Rebekka den Monotheismus über Jakob gerettet (vgl. 1Mo 27,5-29). Jahweh hatte Rebekka diese Sache wissen lassen und ihr vorausgesagt, dass Jakob der Träger des Monotheismus sein würde und nicht der Erstgeborene, damit sie entsprechend handeln konnte (vgl. 1Mo 24,22-23). Wir danken Jahweh für diese mutige Frau Rebekka, die wusste, dass sie im Geiste Jahwehs die Heilsgeschichte weiterreichen sollte. Darum konnte sie die Bedenken Jakobs zerstreuen, der Angst hatte vom Vater erkannt und verflucht zu werden. In aller Gelassenheit und im Vertrauen auf Jahwehs Wort sagte sie zu Jakob: „Dein Fluch komme auf mich“ (vgl. 1Mo 27,11-17). Mit andern Worten: „Lass mich nur gewähren, denn ich handle mit dem Segen Jahwehs und zu seiner Ehre“.

Mit Esau und seinen kanaanäisch-hetitischen Frauen, die er sich zum Leidwesen seiner Eltern genommen hatte (1Mo 26,34-35; 27,46;), wäre der Monotheismus mit seinem Licht und Segen vom Erdboden verschwunden. Isaak muss später die Rettung und Erhaltung des Monotheismus durch Rebekkas Vorgehen begriffen und bejaht  haben. Wir können das aus dem entsprechenden Segen über Esau (vgl. 1Mo 27,38-40) und dem Abschiedssegen über Jakob erkennen, den er Jakob mit auf den Weg gab als dieser vor Esau fliehen musste. Isaak bat Jakob nicht vom Monotheismus abzufallen, d.h. keine der Töchter Kanaans zu heiraten (vgl. 1Mo 28,1-5).

Die Frauen Hets, die Hetiterinnen, waren wie die Kanaaniter, den schlimmsten und makabersten religiösen Kulten verfallen (vgl. 1Mo 7,1; 3Mo Kap. 18 u. 19), wie die Familie aus der Abraham herausgerufen worden war. Het, der Vater der Hetiter, war der zweite Sohn Kanaans (vgl. 1Mo 10,15; 1Chron 1,13). Was ich im nächsten Abschnitt schreibe meine ich nicht im diskriminierenden Sinn. Die Bibel spricht von der Geschichte der Menschen und die Geschichte bestätigt die Bibel. Ich möchte vorwegnehmen: Es gibt immer Ausnahmen und manchmal recht viele, weil der Same Abrahams in alle Welt zerstreut worden ist. Und zudem kann keiner etwas dafür, dass er hier oder dort geboren worden ist. Ich weiss von einigen Nachkommen Hams und Kanaans die ungeteilt mit ganzer Hingabe Jahweh lieben und anbeten. Die Gnade Jahwehs wird aber keinen der ihn sucht wegen seiner Herkunft gering achten. Denn Jahweh selbst gibt die Sehnsucht und das Verlangen in die Herzen jener die ihn erkennen sollen, weil sie zu der von ihm bestimmten Auswahl berufen sind. Sie stehen immer in Beziehung zu Abraham.

Afrikanische Völker sind Kanaan, dem Sohne Hams, gefolgt und haben dessen geistiges Erbe bis heute in vielen Regionen erhalten und weitervermittelt. Ich möchte den Voodookult erwähnen. Die Linien führen zu grausamen rituellen Menschenopfern und tragischen Ereignissen. Ich selbst bin als Vikar in Zermatt von einem katholischen Voodoozirkel aus Südamerika belästigt worden und beinahe in einer Katastrophe „geendet“. Über den verwerflichen Menschenhandel und die Sklaverei sind Afrikaner massenweise nach Amerika deportiert worden. Der Kult hat sich vor allem im katholischen Umfeld in Südamerika entfalten können. Vor dem Menschen- und Sklavenhandel hatten die spanischen katholischen Eroberer, unter dem Diktat des Vatikans – im Namen ihres Jesus-Gottes –  siebzig Millionen der Eingeborenen Südamerikas massakriert und unfassbares Leid über die Überlebenden gebracht. Die einheimische indianische Bevölkerung von Haiti, rund 1 Million, wurde von der Kirche grösstenteils ausgerottet, der Rest wurde von Krankheit und Elend weggerafft, nachdem sich die Spanier Haiti unter die Nägel gerissen hatten. Bald musste eine halbe Million Sklaven, die aus Afrika auf die Insel gebracht worden waren, den 60.000 katholischen Herrschern zu Diensten sein, bis sich die schwarzen Sklaven durch mehrere Aufstände von den katholischen Herrschern befreien konnten.

Es ist zu sagen, dass Lehre, religiöser Kult, und Praxis des Katholizismus dem Voodookult sehr ähnelt, so z.B. das Verständnis des Messopfers mit der Messopferhandlung des Priesters. Er „verwandelt“, d.h. er verzaubert nach der dogmatischen Lehre der Kirche beim Opfern eines Menschen, angeblich des Gott-Menschen Jesus, die Hostie (Sonnensymbol der Mithras-Gottheit und des Amun Re) in das reale Fleisch und Blut dieser Gottheit, die beim Genuss der Hostie Vergebung der Sünden und ewiges Leben vermittelt. Ebenso ähneln sich die beiden Kulte in der Anbetung und Anrufung Verstorbener (Beschwörung der Toten). Darum gibt es heute in Südamerika rund achtzig Millionen Katholiken, die gleichzeitig in irgend einer Weise Voodookulte praktiziern. Benin in Afrika und Haiti in Südamerika sind heute die führenden Zentren der kananäischen Kulte.

Wie sehr der Katholizismus dem Voodookult nahe kommt bewies der katholische Papst Johannes-Paul II auf seiner sogenannten Pastoralreis 1993 in Benin. Er liess sich von dem Voodoopapst Sosso und seinen Priestern als einen Gott feiern und ehren. Schon vor seinem Besuch bezeichnete Johannes-Paul II die animistischen Religionen, Religionen die den Ahnenkult, bzw. den Spiritismus, den Kult der Totenanrufung und der Wahrsagerei praktiziern, als dem Christentum besonders nahe. Er hat hier etwas vollkommen Wahres ausgesprochen. Der Trinitätskult schliesst den Totenkult und dessen Folgen mit ein. Wie anders kann ein Jesus, der nichts mit dem Jahsua der Bibel zu tun hat, entgegen der Lehre der Bibel, als eine Gottheit angebetet und angerufen werden? Wie kann man diesem Jesus, der alle Eigenschaften der Sonnengottheiten in sich vereinigt, sein Leben übergeben? Darin ist die Ablehnung des Monotheismus, d.h. die Ablehnung Jahwehs und seiner Ordnungen als ein überholtes Altes Testament, verbunden mit der Abneigung und dem Hass den Juden gegenüber, begründet.

Bis drei Jahre vor dem Papstbesuch in Benin war noch eine linksgerichtete Regierung unter Mathieu Kerekou an der Macht, die den Voodookult als ethisch-moralisches Hindernis zurückdrängte. Kaum war der Katholik Nicephore Soglo an die Macht gekommen, war eine seiner ersten Amtshandlungen die Förderung des Voodookultes. Vor jeder wichtigen Entscheidung befragte der praktizierende Katholik einen Voodoo-Grossmeister. Der Papst war voll des Lobes für den katholischen Voodoo-Präsidenten! Um die 70 Prozent der Einwohner Benins praktizieren den Voodookult. Rund 90 – 95 Prozent der Haitianer bekennen sich zur Praxis der Voodookulte.

Nun zurück zu Jahshua und der damaligen Situation in Judäa. Jahshua trat also in einer für die Juden äusserst dunklen und finsteren Zeit auf. In meinen früheren Gim-impulsen habe ich immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Unter der demütigenden, brutalen und zerstörerischen Herrschaft der Römer gaben immer mehr Juden die Beziehung zu Jahweh und der Thora auf. Sie mochten einfach nicht mehr. In ihrer Verzweiflung suchten sie irgendwie zu überleben. Tausende von Juden, darunter waren führende Pharisäer und Schiftgelehrte, waren von Pilatus gepfählt worden. Grausam und qualvoll starben sie dahin. Die meisten von ihnen wegen ihrer Treue zu Jahweh und seinem Wort. Das Elend war unfassbar. In solch verzweifelten Zuständen verlieren die Menschen die Nerven und den Halt. Bei der kleinsten neuen Enttäuschung kann eine Situation eskalieren.

In diesem äusserst finsteren und verzweifelten Umfeld trat Jahshua auf. Er wies mit ganzer Hingabe und mit dem Einsatz seines ganzen Lebens auf die Zusprüche und die Verheissungen Jahwehs in der Thora hin und forderte sein von Ausbeutung und Leid gedemütigtes und gezeichnetes Brudervolk zur vollkommenen Umsinnung auf Jahweh und die Thora auf (vgl. Mt 4,4.7.10; 5, 17-19; Mk 3,34-35; 12,29-34). In ihrer Not und schieren Verzweiflung hielten ihn viele für den Messias der Endzeit. Mit allen Mitteln wollten sie ihn als solchen zum König gegen die Römer ausrufen und dieses Joch abschütteln. Aber wesentlichste Kennzeichen des Messias der Endzeit sind Folgende: Erstens wird Jahweh ihn nicht qualvoll sterben lassen, d.h. er wird nicht sterben. Jahshua hingegen wies frühzeitig auf seinen Tod hin (vgl. Mt 16,21-23; 17,22-23; 20,17-29). Unter den strengen Gesetzen der römischen Besatzer war dies nicht anders zu erwarten und für Jahshua ersichtlich, obwohl er bis zuletzt hoffte, dass Jahweh ihn vor diesem grausamen Tod der Pfählung bewahren würde (vgl. Mk 14,35-42; 15,34; Mt 26,36-46; 27,46; Lk 22,39-46).

Zweitens wird  Jahweh dem Messias der Endzeit und seinen Heiligen (den Juden) die bleibende Macht über alle Herrscher und Herrschaften dieser Welt geben. Sie werden sich auflösen und seine Diener werden für ihn kämpfen. Also wird drittens der Messias der Endzeit sein Reich in dieser Welt aufbauen und seine Diener werden für ihn kämpfen. Viertens bestätigt Jahshua diese Punkte vor Pilatus und sagt korrekt aus, dass sein Reich nicht das irdische Friedensreich des Messias in dieser Welt ist, sondern das Reich beim Vater. „Mein Reich ist nicht von (in) dieser Welt; wenn mein Reich von (in) dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Römern nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reich nicht (von) hier“ (Jo 18,36). Wäre er der Messias der Endzeit gewesen, dann hätten seine Diener für ihn gekämpft. Er hätte es nach dem Willen des Vaters zulassen müssen.

Jahshua bekräftigt vor Pilatus seine Sendung und seinen Dienst, indem er unmissverständlich aussagt: „Ich bin dazu geboren und und dazu in die Welt gekommen (vom Vater gesandt), dass ich für die Wahrheit (die Thora und Propheten) Zeugnis gebe“ (Jo 18,37) und nicht die Herrschaft des Friedensreiches in dieser Welt antrete. Das war sein Dienst als Prophet Jahwehs, nicht mehr und nicht weniger! Wie ich schon verschiedentlich darauf hingewiesen habe, wehrte sich Jahshua gegen die Ansprüche vieler, die ihn zum König des messianischen Friedensreiches in der Welt machen wollten. Er warf ihnen vor, sie würden nicht die Gedanken Jahwehs über ihn denken, sondern die des Satan . Wer also Jahshua für den Messias der Endzeit hält ist nach den Worten Jahshuas selbst ein Kind Satans, weil er nicht die Gedanken Jahwehs denkt (vgl. Mt 16,22-23).

Nun, das sind klare und ernste Worte, die wir nicht fahrlässig übersehen sollten. Glücklich dürfen wir darüber sein, wenn wir Schritt für Schritt die Gedanken Jahwhehs, welche die Gedanken der Propheten und Jahshuas sind, verstehen lernen dürfen, selbst dann wenn sie unseren bisherigen Vorstellungen gar nicht entsprechen sollten. Von Herzen wünsche ich allen Gim-Lesern frohe Zuversicht und einen gesegneten Shabbath.

Gregor Dalliard